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0 Umschlag:nn1.11 16.07.11 18:30 Seite 1 natur Frühjahr / Sommermode 2012 Nichts für graue Mäuse Blumenkinder Juli 2011 natürlich 71018 Fachzeitschrift für den Handel mit Natur-Textilien, Schuhen, Heimtextil, Stoffen, Spielwaren, Accessoires, Kosmetik INNATEX 29 Messevorschau 6. bis 8. August 2011 Ökologisch einrichten Regeneratfasern als Alternative? IVN-Nachrichten

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0 Umschlag:nn1.11 16.07.11 18:30 Seite 2

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3-21_nn2.11 18.07.11 09:57 Seite 3 EDITORIAL Nichts für Träumer "I have a dream" - wer kennt ihn nicht, den viel zitierten Satz Martin Luther Kings. Immer gerne und häufig verwendet, wenn man auf seine eigenen visionären und vermeindlich umsetzungsstarken Ziele aufmerksam machen will, ja man könnte fast sagen: ein Werbe Slogan der Politik. Aber trotzdem löst dieser Satz doch immer eine kleine Sehnsucht in uns aus. Die Sehnsucht nach wirklichen Verbesserungen und Innovationen für uns alle. Dieses Gefühl überkam mich spontan als ich las, dass das amerikanische Landwirtschaftsministerium am 24.05.11 den Global Organic Textile Standard (GOTS) als offiziellen Biotextilstandard anerkannt hat und damit GOTS zertifizierte Ware in USA als 'organic' ausgelobt werden darf. Ein großer Schritt in Richtung Sicherheit und Verbreitung von Naturtextilien weltweit und nicht zuletzt ein Startschuss für alle anderen Länder, sich nun damit auseinander setzen zu müssen. Der Verdienst um diese Anerkennung gebührt letzt endlich allen, die seit Jahren ihr Herzblut und Engagement in Naturtextilien investiert haben, vom Baumwollpflücker bis zum Offiziellen. Und es zeigt sich, dass ein "dream" immer noch wahr werden kann, wenn man bereit ist über den Glauben hinaus für ihn aktiv zu arbeiten. Auch in dieser Ausgabe haben wir wieder trendige, brandaktuelle Mode und Accessoires von vielen "dreamern" für Sie. Freuen sie sich über Vielfalt, Qualität und Buntes, nach dem diesjährigen Motto: Nichts für graue Mäuse. Viel Vergnügen beim Lesen der neuen Ausgabe von "natürlich natur" Ihr Not for dreamers "I have a dream" - who hasn't heard this famous Martin Luther King quote? A quote often used (and occasionally abused) to draw attention to one's own, in theory, visionary and ambitious goals. A quote, in fact, perhaps degenerated to a marketing slogan for politics. And yet, the quote always provokes a yearning feeling; a longing for real improvement and innovation on a broad scale. This was exactly the feeling I had when I read that on May 24, 2011, the United States Secretary of Agriculture recognized the Global Organic Textile Standard (GOTS) as an official ecofriendly textile standard. Consequently, GOTS certified textiles can be labeled "organic" in the USA. What a huge step towards more reliability and increased market share for eco-friendly textiles worldwide! At the same time, it is a signal to other countries around the world that it is time to deal with this issue. The credit for this official recognition goes to all those who have devoted years of passion and energy to all facets of eco-friendly textiles, from the farm workers to the certifying authorities. It demonstrates that a dream can become reality when it is not just anchored in faith but when it is translated into action. This issue of "natürlich natur" is again devoted to trendy, cutting edge fashion and accessories created by many dreamers for you, the consumer. Look forward to a wide variety of inspirations all based on continuing eco-friendly quality under this season's slogan: "not for shrinking violets". We hope you enjoy our new issue of "natürlich natur" Sincerely yours, Otto Kersten Editor Otto Kersten Herausgeber 3

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3-21_nn2.11 20.07.11 10:28 Seite 4 INHALT Modell und Foto: Senatex Nichts für graue Mäuse Die Zeichen stehen auf Farbe Modell und Foto: Selana Kindermode: Blumenkinder Seite Seite Green Forum: die Zukunft für Naturfasern 6 22 24 26 28 30 32 34 Lohita begeistert Winter kann so schön sein Design & Lifestyle Internationale Messen INNATEX 29 Rückblick Wintermesse Design-Discoveries Vorab in Kürze Viel Bewegung in Berlin 40 42 44 Mode Frühjahr/Sommer 2012 Nichts für graue Mäuse Lieblingsteile Feminin & lebhaft Store und Showroom Summer Breeze Beautifull Colours Einfach schön Relaxed Sensation 46 50 54 56 Impressum Herausgeber, Verlag und Anzeigenverwaltung: Laudito GmbH von-Laue-Straße 12 53881 Euskirchen Telefon 0 22 55 / 94 11-0 Telefax 0 22 55 / 94 11-11 Geschäftsführung: Claudia Kersten, Otto Kersten info@natuerlichnatur.com www.natuerlichnatur.com Zur Zeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 4 Redaktion Norbert Henzel, Stefanie Hütz, Claudia Kersten, Otto Kersten, Volker Loos, Oliver Loos, Heike Scheuer, Olga-M. Wernet Englische Übersetzung Harriet McConnell Titelfoto: Claus Arnold Erscheinungsweise 2 x jährlich Jahres-Abonnementpreis Deutschland 10,00 frei Haus Ausland 10,00 plus Porto Einzelheft 6,00 plus Versand Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktionsleitung Druck Wüst Repro Service GmbH 50933 Köln Dieser Ausgabe liegt ein Prospekt der MUVEO GmbH bei Papier und Produktionsbedingungen dieser Zeitschrift sind FSC-zertifiziert

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:56 Seite 5 INHALT Seite INNATEX 29: 6. bis 8. August in Wallau Seite Ökologisch einrichten: Ambiente und Angebot sollen zusammenpassen Seite 86 92 100 102 Ware und Sortiment Kindermode: Blumenkinder Schuh-Neuheiten Das Original: Öko-Schuhe aus Holland "Ein knallrotes Kleid in Größe 48 bitte!" Regeneratfasern als Alternative? Handelsmarketing Ökologisch einrichten Reportage: Zukunftsfreudig 60 66 68 70 71 Geschichte der Bekleidung Das Biedermeier Green Forum Die Zukunft für Naturfasern Gesundheit Nano ­ Sinn oder Unsinn? Schadstoffe in Bekleidung 74 80 IVN-Nachrichten Anstieg der Baumwolllpreise ­ Fluch und Segen 104 GOTS 3.0 - was ist neu? 107 Reinhard Caprano Rutzhofen 1 D-88167 Stiefenhofen Tel.: 08384-821795 Fax: 08384-821797 w w w.campur-mode.de Besuchen Sie uns bei der InNaTex Mode für die schönen Tage!

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:57 Seite 6 FRÜHJAHR/ SOMMER 2012 Sommerlicher Strickjacquard: Jacke Sandy aus 100% Organic cotton Modell und Foto: Himalaya www.himalayashop.de "Öko-Mode der Gegenwart hat mit den ,MüsliLooks' früherer Tage nichts mehr gemein": Diese vielfach noch immer überrascht geäußerte Anerkennung können die Protagonisten der Szene nicht mehr hören. Zu lange und zu weit haben sich die meisten Anbieter von dem Klischee entfernt. Nichts für graue Mäuse Die Zeichen stehen auf "Grün" ­ und generell auf Farbe

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:57 Seite 7 FRÜHJAHR/ SOMMER 2012 Not for shrinking violets A green light for colour in general "Contemporary eco-friendly fashion has absolutely nothing to do with the hippie fashion of the past". This tribute of respect, often still voiced with surprise, provokes rolled eyes among insiders. Most suppliers have long since moved on a long way. Kleid aus bedrucktem Seide-Baumwoll-Mix mit einem weichen Ledergürtel, dazu ein Bolero aus KbaBaumwoll-Seide-Strick Modell und Foto: Senatex www.eveinparadisefashion.de

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:58 Seite 8 Feines, leicht transparentes Cottonbatisthemd mit Kontraststeppungen Organic Deminjeans mit neuer Waschung und lässigem Leinenblazer Modelle und Fotos: Lanius www.lanius-koeln.de

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:58 Seite 9 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Langes Blusentop aus besticktem, in sich gecrashtem Baumwollgewebe mit asymmetrisch verlaufenden Tunnelzügen. Dazu eine figurbetonende Kurzjacke mit ungewöhnlichen Knotendetails am Kragen Ein Sommerfavorit! Körperumschmeichelndes Kleid mit im Vorderteil gekreuzten Trägern und grafischen Applikationen im Rockteil. Dazu Baumwoll-Capri-Leggings. Modelle und Fotos: Consequent www.consequent.info

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:58 Seite 10 Ajourstrick-Pulli mit Top aus Bambus-Viskose-Strick kombiniert mit einer Jeans aus KbaBaumwolle in gerader Form Modell und Foto: Senatex www.eveinparadisefashion.de Sommerlicher Zweiteiler, bestehend aus langer Bluse (im Oberteil gesmokt) und leichter Pumphose, kombiniert mit feinem Seidenjäckchen Modell und Foto: campur www-campurmode.de Elegante Bluse mit Wasserfallkragen aus 100% Seiden Crepe de Chine handegfärbt mit Planzenfarben. Farben: Indigo, Granatapfel und Harda Modell und Fotos Terré www.terre.de

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:59 Seite 11 FRÜHJAHR/ SOMMER 2012 Top aus bedrucktem SeideBaumwoll-Mix, dazu ein Rock in Wickeloptik (Baumwolle) und einem weichen Ledergürtel Modell und Foto: Senatex www.eveinparadisefashion.de

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:04 Seite 12 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Ein Beleg: Immer mehr ,konventionelle' Modehändler nehmen Öko-Marken in ihre Sortimente auf. Gleichzeitig ein unverkennbares Indiz dafür, dass die Marktbedeutung des Themas insgesamt weiter steigt. Die Überzeugung, dass ein ökologisch-soziales Engagement langfristig zwingende Voraussetzung für den Geschäftserfolg ist, führte beispielsweise das Wolfsburger Modehaus Hempel zu einer Neuorientierung. Auf der 2.600 qm großen Verkaufsfläche sind inzwischen zahlreiche Ecound Fair Fashion-Label zu finden. Und das nicht etwa in einer ,grünen' Ecke, sondern, ihrer jeweiligen Stilgruppe zugeordnet, zwischen den ,normalen', namhaften Brands. Zunächst müssen die Kleidungsstücke überzeugen. Erst auf den zweiten Blick heben spezielle Hangtags die Artikel heraus, die einen Beitrag zum nachhaltigen Lebensstil leisten. ,Style +' steht als Überschrift auf deren Etiketten. Soll heißen: Zur guten Optik liefert dieses Produkt noch einen Mehrwert dazu. Bio-Baumwolle, Pflanzenfarben & Co. sind also in der Modeszene angekommen und auch abseits der Zielgruppe Lohas wettbewerbsfähig. Entspanntes Zurücklehnen ist für die Hersteller dennoch nicht angebracht: Einzelhändlerin Dr. Annette Hempel ist nicht die Einzige, die findet: "Der Modegrad dürfte ruhig noch höher werden!" Hoffen wir also, dass sich die folgenden Trends der Saison Frühjahr/Sommer 2012 in vielen Kollektionen wieder finden und Sie, liebe Leserinnen und Leser, bei der anstehenden Order rundherum fündig werden. DOB Die kommende Saison bekennt Farbe. Nicht nur bei Kleinteilen und Accessoires geht es kraftvoll leuchtend zu, auch bei Blazern, 12 no (auch als Shorts) an den Beinen wie gemacht sind, die Herausforderungen des Alltags zu meistern. Apropos Hosen: Hier bewegt sich etwas. Höhere Leibhöhen betonen die Taille, während ­ zumindest am Saum ­ neue Weite ins Spiel kommt. Flared-, Schlagund Marlenehosen kehren auf die Mode-Bühne zurück. Daneben auch schmale, knöchellange Zigarettenformen im Stil der 50er Jahre, Stichwort Audrey Hepburn. Bleistift- und ausgestellte Röcke, auch sie mit hoher Taille, gehen in dieselbe Richtung. Schlichte Tops in looser Silhouette, geknotete, ärmellose Blusen, neue, kürzere Tunikaformen (gerne aus Seide und mit Blumenoder Ethnomustern) heißen die Pendants bei den Oberteilen. Moderner Spießer und Hippie sein ist gleichermaßen ,hip'. Jeder Trend erzeugt automatisch einen Gegentrend. Das zeigt sich auch bei den Kleidern, die Lieblingsstücke bleiben. Sie präsentieren sich sowohl puristisch, in körperbetonter Etui-Silhouette, wie auch lang und schwingend, mit sommerlichen Blumen- oder Ethnodrucken. An dieser Stelle, erst recht aber bei folkloristisch anmutenden Ponchos oder Cape-Pullis, ist der Abstand zum Müsli-Look früherer Zeiten gar nicht so weit. Dieses Mal aber ist es wirklich Mode und die Qualitäten haben ein höheres Niveau. Neben Ponchos/Capes bieten sich für den Übergang bzw. kühlere Sommertage Parkas und Lederjacken an, für den schlichteren, formelleren Look der Evergreen Trenchcoat. HAKA Die Herrenmode tickt immer mehr wie die der Damen. Auch hier besteht im Frühjahr/Sommer 2012 keine Angst vor Farbe, auch hier sind erste Tendenzen zu korrekteren Outfits mit schlichteren, edleren Materialien spürbar. Mis- Jacken und Hosen wird aus dem Vollen geschöpft. Den Schwerpunkt bildet die Rot-Palette, die von intensiven Campari- und Korallentönen bis hin zu Fuchsia und Pink reicht. Lila wirkt neu in ethnischen Musterungen mit Tabak, Braun und Orange. Klare, intensive Blautöne, grünstichiges Türkis, Minze, Kiwi, Mango und Gelb komplettieren den Farbrausch, dem Schwarz und vor allem Weiß als Kombipartner Einhalt gebieten. Weiß, Creme und Kitt neutralisieren nicht nur, sie bieten sich im Mix untereinander als Alternative für all Jene an, die den dezenteren Auftritt bevorzugen. Der Stil bleibt casual, wird aber etwas chicer, schlichter, cleaner als in den Vor-Saisons. Wildes Kombinieren à la geblümt zu gestreift ist passé, stattdessen werden die Outfits harmonischer, ruhiger und gepflegter zusammengestellt. Unis zu Unis beispielsweise, wobei es durchaus Rot zu Orange sein darf oder Blau zu Grün. Schnörkellos heißt schließlich nicht langweilig. Die Stoffe sind edel und haben häufig Glanz. Lässigkeit aber bleibt unabdingbar. Der Wohlfühlgedanke ist in den Köpfen der modernen Frau so fest verankert, sie hat sich so sehr an einen gewissen Komfort gewöhnt, dass es die Designer (noch) nicht wagen, sie wieder in durchweg elegante Kleidung zu zwängen. Der Blazer ist das Bindeglied zwischen formell und casual und damit ein KeyItem der Saison. Er vermittelt das Gefühl, korrekt angezogen zu sein, während Denim oder Chi-

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:59 Seite 13 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Proof positive: increasing numbers of conventional fashion shops are adding eco-friendly collections to their ranges, underscoring the ongoing increasing market significance of eco-friendly collections. Case in point: convinced that ecological and fair trade involvement are indispensable for long-term business success, "Modehaus Hempel" in Wolfsburg has undergone a total reorientation. Numerous eco-friendly and fair-wear fashion labels are found on their 2,600 m² sales floor. Not as a separate "green" corner, but alongside conventional brands, as part of the appropriate style statement for the targeted consumer. Above all else, a garment must appeal to the consumer, it must look good. Only upon closer inspection do special labels spell out the attributes which distinguish the garment as sustainable fashion. "Style +" is the headline on these labels, which translates into: this garment offers more than just good looks. Organic cotton, vegetable dyes and such have taken their rightful place in the fashion scene, appealing not only to "lohas". But that is no reason for suppliers to sit back and relax. Retailer Dr. Annette Hempel is not alone when she claims: "there is room for a stronger fashion statement!" Let us hope that the spring/summer fashion trends outlined below are reflected in numerous eco-friendly collections, offering a wide selection for the upcoming season. Women's wear To paraphrase Sir Simon Rattle: "Colour is it": the overriding story for the upcoming season is colour. Not just shirts and accessories make strong colour statements: blazers, jackets and trousers draw on the full colour palette. The focal point is red, ranging from intense campariand coral hues to fuchsia and pink. Purple looks new and different when integrated into ethnic patterns together with tobacco, brown and orange. Clear intense blues, greenish turquoise, mint, kiwi, mango and yellow complete the riot of colour that is curbed only in combination with black and, more often, white. White, cream and offwhite not only neutralize colour but, when appearing together, offer an appealing alternative for those seeking a more subtle look. The look remains casual but with a little more finesse, a look a little more subtle, a little cleaner than in previous seasons. Wild combinations such as floral patterns with stripes are out. Outfits are more harmonious, muted, more refined. They include combinations of solid colours, including unconventional ones such as red paired with orange, or blue with green. No frills does not equate to no pizazz. Fabrics are elegant, often glossy. Nonchalance is a must. Comfort is firmly established as the modern woman's prerequisite. She is so accustomed to clothes with easy fit that designers don't (yet) dare to force her into constricting elegance. The blazer is the interface between formal and casual wear and thus a key item this season. A blazer communicates the feeling of being appropriately dressed for every occasion, even while jeans or chinogarbed legs (chinos also available as shorts) master the challenges of the walk of life. As for trousers: there's change here. Higher inseams shift the focus to waistlines and new legseam widths gain popularity. Flared-leg, bellbottoms or Marlene trousers are on the up, together with slim, ankle-hugging cigarette shapes borrowed from the 50s à la Audrey Hepburn. Pencil and flared skirts with high waistlines draw from the same inspiration. Pared down, loose-fitting tops, knotted sleeveless blouses, new shorter tunic forms (preferably in silk and floral or ethnic patterns) are their partners of choice. Modern day nerd or hippie ­ both options are "in". Every trend evokes its opposite. This is obvious in dresses, too, which remain everybody's darling. They appear both as pure, body-hugging sheaths as well as long and flowing in summer floral and ethnic prints. Especially these, as well as next summer's folkloristic ponchos and capesweaters, hark back to hippie fashion, bringing the current season full circle. But this time it's a deliberate fashion statement and the quality is on a higher level. Warmth for cooler days is provided by ponchos/capes, parka shapes and leather jackets. The pared-back formal look demands the "evergreen" trenchcoat. Men's wear Increasingly, men's wear follows the same drumbeat as women's wear. For men's wear, too, "Colour is King" for spring/summer 2012. In men's wear, too, there is a decided trend towards more "proper" outfits with subtle, classy fabrics. Mohair/silk combinations exude a touch of luxury. Authentic fabrics remain favourites. The line between formal and casual wear remains blurred. Today's man expects outfits appropriate for both work and private life. Like women's blazers, men's jackets play a key role, most frequently in blue. Blue is next season's star, cropping up in all variations, but frequently as delft and azure. Bright red, shaded to softer hues like hibiscus, peach or sherbet as well as orange, yellow and green shaded to mint ­ these are the colours in next summer's spectrum. Colours like sand, camel, brown and white bring quiet. Chinos as ongoing classics establish beige as the "non-colour" colour. Slim-fit cargos, relaxed-fit trousers with

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3-21_nn2.11 18.07.11 11:59 Seite 14 FRÜHJAHR/ SOMMER 2012 Handstrickpullover Vivian 100 % Cotton fair gehandelt und Hose Walla Handblock Print aus 100 % Organic cotton Hippieyeah: Sommerfrische Kleider Kate & Ashley aus 100 % Cotton Modelle und Fotos: Himalaya www.himalayashop.de

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:00 Seite 15 FRÜHJAHR/ SOMMER 2012 Leinenbluse mit Schlaufenapplikation (100 % kbA Leinen) und Jersey-Schal (100 % kbA Baumwolle) Modelle und Fotos: MADNESS www.madness-online.com Jersey Streifen-Shirt, ¾-Arm (100 % kbA Baumwolle) mit Hose casual aus gewaschener Popeline (55 % Hanf / 45 % kbA Baumwolle) Jerseyshirt mit gerafftem Ausschnitt (55 % Hanf / 45 % Baumwolle) mit langem Rock im Ethnoprint aus Voile (100 % kbA Baumwolle) und Gaze-Schal (100 % kbA Baumwolle)

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:00 Seite 16 Jumpsuit, kbA Baumwolle-Single mit Elasthan Longjacket "Arabella", Strickkleid "Rosa Loca", beides Jacquards aus kbA Baumwolle Modelle und Fotos: Lana natural wear www.lana-naturalwear.de Ensemble aus reinem Leinen in schwarz/weiß, Bluse mit voluminöser, schmeichelnder Kragenpartie. Weiße Hose im geraden eleganten Marlenestil. Schultertuch in Jacquard aus Baumwolle kbA komplettiert das Outfit. Modell und Foto: Sabine Hofius Design

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:00 Seite 17 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Modelle und Fotos: Schweikardt Moden www.schweikardt-moden.de Longtunika ohne Arm aus 100 % kbA Baumwolle. Das aufwändige Jacquardmuster wurde liebevoll mit Spitzen verziert. chungen mit Mohair oder Seide versprühen einen Hauch von Luxus. Daneben zählen Stoffe, die mit selbstverständlicher Natürlichkeit punkten, zu den Favoriten. Die Grenzen zwischen Formal- und Casualwear bleiben fließend. Mann möchte Kleidung, die sowohl im Job wie in der Freizeit die richtige ist. Vergleichbar den Blazern bei den Damen ist in der neuen Herrenmode das Sakko Dreh- und Angelpunkt. Allem voran in Blau, der Trendfarbe des nächsten Sommers. In allen Variationen, mit Schwerpunkt auf Delft und Azur, wird mit ihr gespielt. Aber auch knalliges Rot bis hin zu sanfteren Tönen wie Hibiskus, Peach oder Sorbet; Orange, Gelb und Grün bis hin zu Minze spielen eine Rolle. Für Beruhigung sorgen Sand, Camel, Braun sowie Weiß. Gerade bei den weiterhin angesagten pleats and jeans remain alternatives. When temperatures soar, slim-cut bermudas (both in colour and checks) put man's "best foot forward". Silhouettes remain slim but comfortable. Jackets with two buttons and narrow lapels dominate suit cuts. Waistcoats are not only worn under jackets but solo. Vichy checks and classic stripes dominate in casual and city shirts. Linenlike fabrics in solid colours as well as textured surfaces are on the rise. Trenchcoats, peacoats and dufflecoats provide warmth for formal occasions whereas parkas, fieldjackets, college jackets and quality leather jackets are the choice for casual wear. Men too can opt for nerdy combinations: bow tie, dress hankerchief, silk shawls in tie or paisley prints, braces, as well as handmade details evidence a renaissance of classic styling elements. Tunika aus 100 % KbABaumwolle. Das fili-grane Jacquardmuster besticht durch seine Tonigkeit in den Farben Jacke aus LeinenBaumwolle. Die dekorativen Falten am Kragen geben der Jacke eine besondere Note. Ärmelloses Oberteil in BW-Batist. Hochwertig bedruckt mit feinen Ziersäumen. Khakifarbene BW-Leinen Hose in Crashoptik mit seitlichen Falten Mit dem Thema "blaues Meer, blauer Himmel" präsentiert Elisa F. ihre Kollektion 2012, wo wir als Beitrag zur Erhaltung einer sauberen Umwelt, erstmalig organische Baumwolle aus kontrolliertem Anbau in unsere Kollektion mit aufgenommen haben. LM van der Meulen NL 7213 LJ Gorssel Tel: (0031) 575 494 914 Fax: (0031) 575 492 029 www.elisaf.com · elisaf@planet.nl

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:01 Seite 18 Schmal geschnittene Jacke aus bedrucktem Leinenjersey darunter ein Longtop mit geschwungenem Saumverlauf aus fliesendem Leinenjersey, Hose mit Smokeffekt am Beinabschluss Trägerkleid in salopper Weite kann an den Seiten variabel gerafft werden, zipflige Jacke aus bedrucktem, leicht transparentem Leinenjersey Weich fallendes Leinenshirt mit grafischer Stickerei, Hose mit variabel zu bindendem Saumabschluss aus gewaschenem Reinleinen Modelle und Fotos: MANONDESIGN www.manondesign.de

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:01 Seite 19 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Chinos ist die ,Nicht-Farbe' Beige gesetzt. Schmale Cargos, lässig sitzende Bundfaltenhosen und immer wieder Denims bilden Alternativen. Wenn es heiß hergeht, machen schmal geschnittene Bermudas (teils in Farbe und mit Karos) Beine. Die Silhouette bleibt schlank, aber entspannt. Zwei-Knopf-Formen mit schmalem Revers dominieren bei den Anzügen. Westen werden nicht nur unter dem Sakko getragen, sondern auch als Einzelteil. Vichykaros und klassische Streifenbilder prägen Casual- wie Cityhemden. Uni-Hemden in Leinen-Optik sowie mit bewegten Oberflächen gehören zu den Aufsteigern. Wärmespender sind Trench, Caban, Duffle für formellere Anlässe, für die Freizeit Parka, Fieldjacket, College-Blouson oder edle Lederjacken. Auch bei den Herren gibt es den Hang zum Spießertum: Fliegen, Einstecktücher, Seidenschals mit Krawatten- oder Paisleymustern und Hosenträger zeugen von der Rückkehr alter Werte, ebenso wie handgearbeitete Details. Wer aber dann auf die bunten Socken blickt, erkennt das Augenzwinkern hinter diesem Retro-Styling. Zu adrett passt einfach nicht ins Jahr 2012. Strick / Wirk Feinstrick erhält durch das Thema Farbe modisch wieder eine größere Bedeutung. Bei den Damen als V-Neck, Rundhals, Halbarmstrick, Twinsets oder Cardigan-Strickjacken. Die Formen sind basic schlicht und umspielen den Körper leicht. Hüftkurz ist Strick ein ebenso angesagter Begleiter wie in längeren, den Po bedeckenden Formen. Sportliche Baumwoll-Pullis feiern, ebenfalls in breiter FarbBut in view of the colourful socks worn to match, retro-styling options are obviously to be taken with a pinch of salt. Too classy is just too inappropriate for 2012. Knitwear Knitwear in fine gauges gains greater fashion significance thanks to colour. For women, the options are V-neck, crewneck, short-sleeve, twinsets or cardigans. Shapes are basic, simple and worn close to the body without being tight. Both as hip-length and mid-thigh, knitwear is the fashion companion of choice. Casual cotton sweaters in a wide range of colours are on the up. Ribknit, knit/pearl combinations, chunky patterns or cable knits create interest. Cotton or linen ribbons are on the rise, loosely knit in chunky patterns, combined with different yarns, in lacy or "net" patterns or crocheted. Newcomer shape for the season is the small boxy knit. Stripes, both narrow and wide, remain important. Thanks to their expressive colours, shirts for spring/summer can afford to be simply tailored. For those wanting more, romantic lace variations or lingerie-look are options. Prints are attention-getters with floral, butterfly, bird, fruit, wild animal, ethnic or abstract motifs. Stripes remain "evergreens". Jerseys in high-quality fibres are enhanced by drapes, ruffles, twisted seams and waterfall necklines. Jersey fabrics are used for dresses and blazers, too. Sweatshirts with crew neck, with or without hoods, complete the shirt selection range. As shorter, boxy shapes they are ideal elements when creating a layered look or to add colour to colour. "Welcome to the club!" could be the headline for men's wear, where club knits play a decisive role. Logos, badges, emblems are impor- Spring & Summer 2012 INNATEX · Obergeschoss · Stand 145 · 06.08. - 08.08.2011

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:01 Seite 20 FRÜHJAHR/ SOMMER 2012 palette, ein Comeback. Rippenoder Rechts-Links-Spiele, Strukturmix oder Zöpfe verleihen ihnen zusätzlichen Pfiff. Auch locker gestrickte Bändchengarne in Baumwolle und Leinen reüssieren. Sie werden mit Strukturen, unterschiedlichen Garnen, Lochmustern und Netzeffekten oder Häkeloptiken umgesetzt. Saisonaler Newcomer bei den Formen: kleine Kastenpullis. Bei den Dessinierungen bleiben Ringel und markante Blockstreifen ein wichtiges Thema. Dank der ,einleuchtenden' Farben dürfen sich die Shirts im Frühjahr/Sommer von ihrer schlichten Seite zeigen. Wer mehr mag, wählt romantische Varianten mit Spitze oder Anleihen aus der Wäsche. Druckshirts werden durch Blumen, Schmetterlinge, Vögel, Früchte, wilde Tiere, Ethno- oder abstrakte Motive zum Hingucker. Ringel sind der Dauerbrenner. Edeljerseys erhalten mit Drappéeffekten, Raffungen, Drehsäumen oder Wasserfall-Krägen zusätzliche Aufwertung. Auch für Kleider und Blazer kommen Jerseys zum Einsatz. Rundhalssweatshirts mit und ohne Kapuze runden die ShirtPalette ab. In kurzen Kastenformen sind sie ideal für den Lagenlook und das Spiel Farbe zu Farbe. Willkommen im Club!, heißt es bei den Herren, wo Clubstrick eine zentrale Rolle spielt. Logos, Badges, Embleme sind wichtige Details. Bei den Pullovern macht der Rundhalsausschnitt zunehmend dem V-Neck Konkurrenz. Sportliche Troyerformen, Strickjacken mit Schalkragen und Cardigans komplettieren den Modellpark. Das klassische kleine Zopfmuster taucht wieder auf. Markanter geben sich Rippen-, Borken- und Waffel-Strukturen. Ringelstrick wartet mit neuen Ideen und Farbstellungen auf. Genauso darf der Look aber auch ganz natürlich sein, indem beispielsweise Leinen feinfädig oder mit Fadenverdickungen ver- Kleid aus gewebtem Crinkel Baumwollbatist mit floralem Druck in der Modefarbe "Puder", Sommerhut aus stabilem Papiergeflecht, lässige Kopfbedeckung für Sonnentage, roter Schal aus 100% Crash Seide Kleid aus gewebtem Crinkel Baumwollbatist in der Modefarbe "Puder" Modischer Eycatcher in Fuchsia, Tasche aus Stroh- & Papiergefecht, Floral Design Schal aus zarter Feinwolle Modelle und Fotos: Diggers-Garden www.silkroad.de strickt wird. Schlichte RundhalsSweats in soften Qualitäten, auch als Hoodies, dürften beim Wohlfühlfaktor die Nase vorn haben. Trainerjacken sind nicht minder bequem und mit RingelT-Shirts (zum Teil mit Knopfleiste), Uni- und Club-Polos steht dem Sommerurlaub 2012 nichts mehr im Wege. StefanieHütz A-förmiges Kleid aus Hanf/Baumwolle kbA Jersey wird am Hals durch ein farblich abgesetztes Hanf/SeidenGewebe abgerundet und verleiht den gewissen mondänen Touch a la Coco. Modell und Foto: HempAge www.hempage.com tant details. Crew-neck sweaters are overtaking V-neck shapes. Casual wear half-zip collars, cardigans with shawl necks and sweaters complete the list of options. Classic mini-cable-knit structures resurface. More conspicuous are rib, bark and waffle surface structures. Striped knitwear comes with new ideas and in new colour combinations. Or the look can be natural, for example with fine linen yarns with or without slubs. Sleek crew-neck sweats in soft yarns, often as hoodies, are a logical choice for those seeking comfort. Sports zipper-jackets are just as comfortable. Paired with striped T-shirts (also as henleys) and solid colour or club poloshirts, they inaugurate the holiday season of 2012.

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3-21_nn2.11 18.07.11 12:01 Seite 21 SILKR T OUCH THE OF N ATURE InNaTex 1. OG Stand 162 DIGGERS - GARDEN 100% ORGANIC COTTON 100% kbA BAUMWOLLE Neu: 3 Organic Cotton Collectionen aus Jersey Kleid 5770-Tiswadi aus Crinkle Baumwoll Batist 100% Organic-Cotton 70% Viskose (Bambus) / 30 % OC 55% Hanf / 45% Organic-Cotton DIGGERS - GARDEN let`s dig together D- 29378 Wittingen 05831-29220 www.diggers.de Bahnhofstr. 24 05831-8759 sales@diggers.de

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22-27:nn2.11 16.07.11 14:14 Seite 22 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Lieblingsteile für Frauen jenseits des Mainstreams Augenstern steht für klares Design, ausgereifte Schnitte und hochwertige Verarbeitung. Das erfüllt den Wunsch nach Beständigkeit und Nachhaltigkeit. Verwendet werden Leinen und Leinenmischungen in ruhigen Naturtönen, ergänzt durch leuchtende, ausdrucksstarke Farben. Ein individueller Stil mit Modellen, die vielseitig kombinierbar sind.

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22-27:nn2.11 16.07.11 14:14 Seite 23 Modelle dieser Seiten: Tel.: 0 37 74 / 76 21 32 augenstern@online.de INNATEX OG 135

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22-27:nn2.11 16.07.11 14:15 Seite 24 feminin & lebhaft Für selbstbewusste Frauen Eine sehr feminine und zugleich lebhafte Mode für Frauen, die auf der Suche sind nach Individualität und Kreativität, die sich nicht über das Alter sondern ihren ganz persönlichen Stil definieren. Leicht transparente Seidenbluse mit 3/4-langen Ärmeln, abgerundetem Saum, Smokpartie unter der Brust und sommerlich geschnürtem Ausschnitt. Figurnahe Jacke mit angedeuteten Westenecken und gelegten Falten im Vorderteil aus leichtem, etwas elastischen Baumwollgewebe mit sehr schöner, grafisch wirkender Struktur.

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22-27:nn2.11 16.07.11 14:16 Seite 25 FÜRHJAHR/ SOMMER 2012 Im Vorderteil länger geschnittene Jacke mit individuell regulierbarer Saum- und Taillenweite aus leichtem Baumwollstrick mit floralem Dessin. Dazu eine weite 7/8-lange Leinenhose mit Tunnelzügen an den Hosenbeinen. Für Nachhaltigkeit und Qualität der Kollektion stehen ausgewählte Materialien und Komfort. Zart knittrige, bestickte, mit Transparenz spielende Stoffe stehen in scheinbarem Kontrast zu kompakt und ursprünglich wirkenden, aber dennoch sommerlich leichten Baumwoll- und Leinenstoffen mit bewegten Oberflächen. Grafische Muster und Strukturen, wie gebatikt wirkende Drucke stehen neben zarten, etwas verspielten, den Körper umschmeichelnden fließenden Jerseys mit floralem Dessin. Der Wechsel zwischen reduzierten, zum Teil in leichter A-Form geschnittenen Modellen und femininer Verspieltheit, die sich in angedeuteten Schößchen, Raffungen, akzentuiert gesetzten Volants und kleinen gesmokten Fragmenten zeigt, öffnet der Fantasie den Weg zu vielfältigen, individuellen Kombinationen. Unkompliziert dazu eine bequeme lässige Baumwolljerseylinie in verschiedenen Streifenoptiken und einem grafischen Druck. Die Farben gewinnen im Sommer 2012 an Intensität. Zu sanften Nichtfarben in unterschiedlichen Schattierungen wie elfenbein, offwhite, salbei, kreide kommen sommerlich leuchtende Rot- und Indigotöne und dynamische, kühl wirkende Sorbettöne. Leicht körperumspielendes Maxikleid in asymmetrischem Streifendessin aus Baumwollsingle. Die Modelle dieser Seiten erhalten Sie bei Consequent, Tel. 06361/4596-0, Informationen www.consequent.info INNATEX Stand EG 47 Consequent ist zertifiziert nach den Richtlinien des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) - Zertifikat Nr. 2013 Verschlusslose Kurzjacke mit kleinem angeschnittenen Kragen und einer Blende, die im Rücken zu einem angedeutetem Schößchen verläuft.

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22-27:nn2.11 16.07.11 14:16 Seite 26 Store und Showroom In der Limburger Altstadt befindet sich das einzige Geschäft Deutschlands, das die gesamte Haugland-Kollektion präsentiert. Im Frühjahr konnte nun das einjährige Bestehen gefeiert werden. Der Haugland-Store ist mehr als ein klassisches Einzelhandelsgeschäft. Er ist gleichzeitig auch Showroom und somit Ansprechpartner für den deutschen Einzelhandel. Ein Besuch lohnt sich! Das gesamte Haugland-Sortiment in Limburg Ein 500 Jahre altes Geschäftshaus mitten in der Limburger Altstadt Tradition und Moderne: Das alte Fachwerkhaus bietet einen stilvollen Rahmen für die Haugland-Kollektion Neben der Kleiderkollektion gibt es auch Accessoires und das Haugland-Schmucksortiment

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22-27:nn2.11 16.07.11 14:16 Seite 27 FRÜHJAHR/ SOMMER 2012 www.haugland-collection.dk

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:12 Seite 28 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 ... is blowing through your window Die LANA natural wear Frühjahr/Sommer-Kollektion fühlt sich leicht und luftig an und macht Lust neue Outfits individuell zu kombinieren. Getreu dem Motto "Summer breeze" vertreiben LANA-Styles den kalten Winter und bringen frischen Wind in die Kleiderschränke. Verspielt und romantisch, aber auch schlicht und klassisch präsentiert sich der neue sommerliche LANA-Look. Zentrale Elemente der Kollektion sind in diesem Jahr Kleider, Longshirts und Strickjacken. LANA-Fashionistas setzen an warmen Tagen auf luftige Blusen aus Seidenchiffon mit dezentem Punktedruck oder kräftigem Blumenprint, lange Röcke im leichten Leinenstrick, sowie verspielte Strickjacken in Jacquard- und Ajourmustern. Farblich bestimmen Noncolours die Optik, angefangen von klassischem weiß über white Sand, Moonrock und Vanilla bis hin zu Champagner und werden durch Summerdarks wie Graphit, Pool und Pinie ergänzt. Akzente setzen intensiv leuchtende Farbtöne wie Tomate oder Capri. Helle Pastelltöne sind ebenfalls in der Kollektion vertreten. LANA natural wear by M.désir Die hochwertigen Eco-Modelle der Lanalinie M.désir zeigen sich im Sommer 2012 reduziert und feminin. Der Einsatz von edlen Stoffen wie Seidenchiffon und Baumwollsatin verspricht ein natürliches und zugleich sinnliches Tragegefühl auf der Haut. Tonige Farbspiele und Farbakzente unterstreichen den eleganten Charakter der schlichten Noblesse von M.désir.

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:12 Seite 29 Eine laue Sommerbrise lässt Kinderherzen lachen. Leichte luftige Stoffe, wie Single, Single Ringel, Batist und Leinenstrick in pastelligen Tönen wie vanilla, confetti und glass, aber auch in klassisch kräftigen Tönen wie tiefblau, tomate und mistel, sind Schwerpunkte unserer SommerKinderkollektion 2012. Das Rosenmuster "Rosa Loca" findet die ganze Girlybande toll und man findet es in Jaquardstrick als Jacke und Kleid, sowie auf Batist als allover Druck. Natürlich ist die gesamte Kollektion in Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA), In der fröhlich-frechen Linie Babs Design by LANA gibt es dieses Jahr die "Chicken-farm". Auf luftigen Kleidchen, Overalls und Latzhosen sieht man "Hühnchen" hochwertig appliziert. Passend dazu wieder allerlei Accessoires und Knuffeltiere. Besuchen Sie uns auf der Innatex EG 46 LANA natural wear GmbH www.lana-naturalwear.de

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:12 Seite 30 organic D E LUXE

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:12 Seite 31 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 BEAUTIFUL COLOURS Organic Fashion definiert sich in erster Linie über hochwertige, erlesene Qualitäten. Qualitäten, produziert unter nachhaltigen Aspekten, mit Bewusstsein für Natur und Umwelt mit hohen sozialen Standards. In der aktuellen LANIUS Kollektion SS2012 stehen kräftige Farben und neue Formen im Vordergrund. Besondere Stoffe in besonderen Schnitten. Ob Nude-, Pastelltöne oder Powerfarben, jedes LANIUS-Stück ist vielseitig und vor allem individuell kombinierbar. Alle Modelle dieser Seiten LANIUS. www.lanius-koeln.de Balsam für die Seele

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:12 Seite 32 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 einfach schön unkompliziert und sommerlich leicht MADNESS begrüßt die neue Saison mit einer Kollektion aus wunderbar tragbarer Mode ­ unkompliziert und schön. Sommerliche Stoffe bestechen durch ihre feinen Strukturen und gewaschenen Optiken. Die neue Saison beeindruckt durch eine große Auswahl an bedruckten Baumwollqualitäten in anmutenden Drucken oder maritimen Streifen ­ natürlich aus 100 % ökologischer Baumwolle. Weiterhin sind kbA-Leinen, Hanf/Leinen und Hanf/kbABaumwoll-Qualitäten im Programm erhältlich. Neu in der MADNESS-Kollektion: Eine Vielzahl schöner und leichter Sommerschals aus ökologischer Baumwolle! Telefon +49 (0)4188 89 49 11+12 www.madness-online.com INNATEX OG 1 Stand 103 32

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:12 Seite 34 FÜRHJAHR/SOMMER 2012 Relaxed Sensation Die MANON-Kollektion lässt viel Spielraum für das individuelle Kombinieren und macht aus Mode ein Vergnügen. Leinenqualitäten mit ausgewählten Akzenten leben von der Spannung einer großzügigen Schnittführung. Seidige Jacquardstoffe erzielen in unkomplizierten, femininen Linien mit raffinierten Detaillösungen eine effektvolle Wirkung. Für den Komfort sorgen Kleider, Pullis, Jacken sowie Shirt- und Tunikaformen in weich fließenden Jerseys und Gestricken aus Leinen und Baumwolle. In unregelmäßigen Maschenbildern, Netzeffekten und reliefartigen Strukturen sorgen sie für reichhaltige Abwechslung beim Kombinieren. Noncolors von weiß, stein, sand und grau werden durch weiche Taupe- und Brauntöne, rauchiges Blau und Anthrazit sowie Schwarz ergänzt. Für farbliche Akzente sorgen sommerliche Töne in rot, malve und grün. Die Modelle dieser Seiten D E S I G N www.manondesign.de Tel. 0 37 65 / 6 45 36 INNATEX OG 136

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 36 Seit vielen Jahren steht Hofius für kreative Kollektionen aus natürlichen Materialien (kbA / kbT) und hochwertige Qualität: Made in Germany.

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 37 FRÜHJAHR - SOMMER 2012 Wir freuen uns auf Sie! An der Wasserburg 17 D-44139 DORTMUND Telefon 0049-231-61224 Fax 0049-231-61292 MESSEN: Early Bird Ornaris InNaTex CPD Norddeutsche Ordertage Hausmesse Hamburg Zürich Wallau Düsseldorf Hamburg Hittfeld Dortmund

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 38 S. Schweikardt Moden GmbH · Steigstraße 63 · 2820 Sonnenbühl · Telefon 0 71 28 | 380550 · Fax 0 71 28 | 3805511 · info@nm-fashion.de · www.nm-fashion.de

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 39 AKTUELLE MODE FRÜHJAHR/SOMMER 2012 ­ MIT LIEBE GESTRICKT ­ PRÄSENTIEREN WIR IHNEN AUF FOLGENDEN MESSEN: 23.-25. Juli 2011 » CPD Düsseldorf Halle 13 ­ Stand J 120/K 121 6.-8. August 2011 » InNaTex Wallau Halle 1 ­ EG Stand 069 4.-5. September 2011 » NaturTex Bern im Novotel S. Schweikardt Moden GmbH · Steigstraße 63 · 72820 Sonnenbühl Telefon 0 71 28 | 380550 · Fax 0 71 28 | 3805511 · info@dunque.de · www.dunque.de

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 40 Ökologie, Soziales Engagement, Lohita begeistert LOHITA verbindet Ökologie, Nachhaltigkeit, Soziales Engagement und Spiritualität mit Tragekomfort, Zeitgeist und Lebensfreude. Wir unterstreichen die Einzigartigkeit von LOHITA mit einer Limitierung auf 100 Stück pro Design und Farbe. Unsere Kollektion aus BioBaumwolle kbA, Seide und Mischungen aus Baumwolle und Seide, wird für Sie mit Pflanzenfarben von Hand gefärbt. Da wir uns unserer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt bewusst sind, haben wir uns nicht mit bisher gefundenen Kompromissen begnügen können, sondern immer weiter nach noch besseren und anspruchsvolleren Alternativen gesucht und sind fündig geworden. Produziert wird unsere LOHITA-Kollektion in einer kleinen Firma in Mumbai. Diese Firma ist ein soziales Projekt, das bisher ausschließlich auf privatem Engagement beruht und auf die Verbesserung der Lebensqualität und der Bildungschancen unterprivilegierter Bevölkerungsschichten abzielt. Zeitgeist und Lebensfreude Die Mitarbeiter haben aus gegenseitiger Wertschätzung einen Sozialfond errichtet, in den sie jeden Monat einzahlen. Derjenige, der Geld für wichtige Dinge braucht bekommt es. Wir waren so begeistert von diesem einzigartigen und ganzheitlichen Projekt, dass wir uns entschlossen haben, es mit unserem Know How zu unterstützen. Die natürlich hergestellten und zertifizierten Stoffe der LOHITA ­ Kollektion werden bei Bauern und Stoffherstellern mit Zertifikat zu fairen Preisen gekauft, mit Naturmaterialien gefärbt und von Hand verarbeitet. Die verwendeten Farbstoffe stammen zum großen Teil aus Recyclingkreisläufen. Verwendet werden unter anderem Granatapfelschalen, Kokosnussschalen und Tagetesblüten. Die Musterungen entstammen traditionsreichen indischen Färbetechniken, die in moderner Umsetzung vor dem Aussterben bewahrt werden. So entstand eine Kollektion, die es schafft, in höchstem Masse alle ökologischen, sozialen, nachhaltigen und qualitativen Aspekte zu befriedigen und, wie Sie, Selbstbewusst mitten im Leben steht. Lohita by TERRÉ ­ tragbarer Komfort konsequent kombinierbar Besonderen Stellenwert hat dabei der Umgang mit und unter den Mitarbeitern: § Faire Bezahlung § Menschliche Behandlung § Arbeiten in einer kameradschaftlichen Atmosphäre § Kostenlose ärztliche Betreuung für Mitarbeiter und deren Angehörige § kostenloser Unterricht für die Kinder der Mitarbeiter § Englischunterricht für alle § Arbeit und Bildung für Slumbewohner § Erzielter Gewinn wird reinvestiert Ihre Uta Schumann Designerin / Terré

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 41 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Diese und weitere Modelle der Lohita-Kollektion finden Sie bei INNATEX OG 183 www.terre.de

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 42 ACCESSOIRES Winter... Digital-Print Auf hauchdünner Schurwolle-Seide Mischung, weich & leicht im Sofortprogramm von YAM YAM. In vielen schönen Mustern und Farben auch als Vororder für Frühjahr/Sommer 2012. ...kann so schön sein Digital-Print ist der neue Trend der Wintersaison 2011/12. Bei dieser Print-Technik, entwickelt aus dem Fotodruck, lassen sich alle denkbaren Farbschattierungen und -Muster auf Stoff drucken. Der Effekt sind ineinanderlaufende Farbabstufungen in unendlicher Vielfalt. Klare Abgrenzungen von Mustern und Farben sind hier nicht gewollt. natürlich modisch Schurwolle durchbrochen gewebt, leicht gefilzt mit verlaufenem Allover Print. So sehen Lieblingsstücke aus! Alle Modelle auf diesen Seiten aus dem Sofortprogramm von 42 www.yamyamfashion.de INNATEX Halle 1, EG 34-35

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 43 HERBST/WINTER Schneeflocke trifft Rentier Reine Wolle topaktuell in blau/weiss Skandinavien sagt hej! Jacquard-Schals aus reiner Schurwolle. Cooles Norwegermuster in warmen Farben.

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 44 WINTER 2011 Design&Lifestyle Anspruchsvolles Design mit Sinn fürs Detail und Eleganz. Produziert aus feinster Baby Alpaca in Ajourstrick sorgt für hohen Tragkomfort. Alpaca Filz passend im Alltag ein unschlagbarer Renner! Luxuriöses Tragegefühl durch feinste Alpacawolle Die Modelle dieser Seite: Vertretung der Labels: APU KUNTUR & KUNA APU KUNTUR GmbH Showroom & Lager in Konstanz Tel: 07531 369 73 94 www.apukuntur.com info@alpaca.ch

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28-45:nn2.11 16.07.11 12:13 Seite 45 WINTER 2011 Peruanischer Livestyle Brand für sie und ihn. Royal Alpaca aus feinster Selektion sorgt für Feinheit und verleiht ein wohliges Traggefühl. Die Modelle dieser Seite: · CPD Signatures, Düsseldorf, 23.-25.07.2011 · Early Bird, Hamburg, 30.07-01.08.2011 · INNATEX, Wallau, 06-08.08.2011 Stand OG 114/115 45

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 46 INNATEX 29 INNATEX 28 Neue FashionShow fand großen Anklang

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 47 INNATEX 29 Die INNATEX 28 fand mit 250 Ausstellern vom 29. bis 31. Januar 2011 in HofheimWallau bei Wiesbaden statt. Die Messeleitung konnte eine Steigerung der Besucherzahlen um 12% gegenüber dem letzten Jahr vermelden. Mit 1.584 Fachbesuchern aus dem Inland und 263 ausländischen Gästen, lag die Gesamtbesucherzahl bei 1.847. Der Sonntag zeigte sich wieder als stärkster Ordertag. INNATEX-Fotos: Peter Porst

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 48 INNATEX 29 24 Labels präsentierten die neuesten Modelle ihrer Kollektionen in einer facettenreichen, 50-minütigen FashionShow Die Internationale Fachmesse fü r nachhaltige Textilien wartete am Samstag und Sonntag erstmals mit einer FashionShow auf. Diese fand bei Ausstellern und Hä ndlern großen Anklang. Insgesamt 24 Labels prä sentierten die neuesten Modelle ihrer Kollektionen in einer facettenreichen, 50-minü tigen Show. Angeregt durch diese Prä sentation verzeichneten die teilnehmenden Labels durchweg eine Steigerung ihres Ordervolumens. Trotz der strengeren Zulassungskriterien fü r die Aussteller, war die Messe ausgebucht. Alexander Hitzel, Messeleiter: "Es gab sogar erneut eine Warteliste fü r Aussteller. Leider konnte diesmal nicht jeder an der INNATEX teilnehmen, doch die meisten StammAussteller erfü llten die neue Forderung nach einem 10% Anteil an kbA und kbT Fasern im Baumwoll- und SchafwollSortiment problemlos. Ein Hersteller stellte sogar entschlossen den gesamten Baumwollanteil seiner Kollektion von konventionell auf GOTS zertifiziert um. Diese erfreuliche Entwicklung zeigt uns, dass wir mit der Entscheidung fü r mehr Nachhaltigkeit bei den Sozial- und 48 Umweltstandards goldrichtig lagen." Wie vermutet, war der Andrang im Fachforum groß, als der Informationsfilm ü ber die GOTS Richtlinien gezeigt wurde. Alle vier Vorfü hrungen, ü ber den Standard fü r eine ö kologische und sozialverantwortliche Textilproduktion, waren sehr gut besucht. In der jeweils anschließenden offenen Diskussion zeigte sich das große Interesse am Thema Zerti-fizierung. Das Spektrum der Fragen, die von den Besuchern gestellt wurden, reichte von der BioBio-Glühwein und leckere Bio-Suppen wärmten die Gäste der Winter-Village-Party Glü hwein und leckere BioSuppenErstinformation bis zu detaillierten Fachfragen. Die Ausstellerparty am Sonntagabend unter dem Motto , WinterVillage' fand bei frostigen Temperaturen unter freiem Himmel statt. BioGlü hwein und leckere Bio-Suppen, begeisterten die geladenen Gä ste. Am wä rmenden Lagerfeuer tauschten sich Alt und Jung ü ber ihre Messeerlebnisse aus und diskutierten angeregt ü ber Nachhaltigkeit in der Textilproduktion.

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 49 INNATEX 29 INNATEX 28 INNATEX 28 took place with 250 exhibitors from the 29th to the 31st of January, 2011 in Hofheim-Wallau near Wiesbaden. The fair organizers achieved a visitor increase of 12% compared with the previous year. 1,584 trade representatives from within Germany and 263 foreign visitors brought the visitor total to 1,847. The majority of orders were placed on the Sunday. For the first time, the fair included a fashion show which took place several times both on the Saturday and Sunday and was particularly well received by both exhibitors and retailers. A total of 24 brands presented garments from their newest collections in a multi-faceted 50 minute show. Participating exhibitors confirmed they had experienced a pronounced increase in their orders as a result. Despite more stringent participation requirements, the fair was fully booked. Alexander Hitzel, Project Manager, claimed "We even had a waiting list for exhibitors. Unfortunately this time not everyone was able to exhibit at InNaTex but most long-term exhibitors were readily able to meet the requirement that 10% of fibres in all cotton Newly instituted fashion show receives widespread acclaim and wool collections be organic. One exhibitor was motivated to convert the entire cotton content in his collection from conventional to GOTS-certified. This positive development confirms that our decision to encourage greater sustainability, social accountability and more stringent environmental standards was both timely and appropriate." In view of stricter participation requirements, it was not surprising that interest in the GOTS certification presentation at the information exchange was particularly high. All four showings of the film explaining the ecological standards for socially accountable textile production were well attended. The ensuing discussion confirmed a strong interest in certification. The questions raised by visitors ranged from basic information to detailed and specific applications. The exhibitor's party on Sunday evening was themed "the winter village" and took place outdoors despite freezing temperatures. Organic mulled wine and delicious organic soups delighted the invited guests. A bonfire provided a warming backdrop to a lively exchange among old and young about their experiences at the fair as well as issues of sustainability in textile production. INNATEX 29 · 6. - 8. August 2011 · www.innatex.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 50 INNATEX 29 Vorstellung neuer Nachwuchslabels banuq Berlin / Deutschland anzüglich ­ Fashion Design Wien / Österreich Mode von "anzüglich" verlangt die Auseinandersetzung mit dem Kleidungsstück am eigenen Körper. Bawi Koszednar ist Damenkleidermacherin und Inhaberin des Modelabels. Sie entwirft feminine Formen, die oftmals eine Vielzahl an Tragevarianten ermöglichen. Röcke, Shirts, Hoodies oder Jacken sind hauptsächlich aus Jersey gearbeitet und ziehen durch gezieltes Colour-Blocking die Aufmerksamkeit auf sich. Mit einem Sozialprojekt in Peru geht das österreichische Modelabel sowohl ökologisch als auch sozial neue Wege. Eine Wirtschaftspartnerschaft der Austrian Development Agency (ADA) fördert die Geschäftsverbindung zwischen Alpen und Anden. Gehörlose Schneiderinnen in der Region Cusco fertigen unter fairen Arbeitsbedingungen die Mode aus Bio-Baumwolle für "anzüglich". www.anzueglich.at Das Modelabel aus Berlin mit italienischen Wurzeln macht klassische und zeitlose Mode für M ä n n e r. Die Philosophie der beiden Inhaber Davide Grazioli und Mauro Pavese ist inspiriert vom Lebenswandel und Zeitgeist des modernen, mobilen Mannes. Ziel ist eine entspannte und ebenso elegante Annäherung an die Mode. Die Blazer, Hosen, Hemden und Schals zeigen einen betont lässig-eleganten Look. Um seinem Anspruch gerecht zu werden einen positiven Beitrag für die Umwelt und die Gesellschaft zu leisten, verarbeitet "banuq" ausschließlich Baumwolle aus zertifiziertem ökologischem Anbau. Fortwährende Experimente mit pflanzlichen und mineralischen Färbemethoden zeigen den Anspruch die Nachhaltigkeit in der Produktentwicklung ständig zu verbessern. Für die Produktion hat das Label die erste ausschließlich in Afrika basierte, ethische und biologische Textilproduktionskette aufgebaut. Zusätzlich gibt es die limitierte Linie "Made in Italy heritage". Sie fördert die Aufrechterhaltung italienischen Schneiderhandwerks und ermöglicht kurze Transportwege und somit eine geringere CO2-Belastung. www.banuq.com JAYA ­ Yoga & Fashion Dossenheim / Deutschland Designerin Julia Mehedintu gründete nach jahrelanger Berufserfahrung im Sports- und Streetwearbereich im Frühjahr 2010 "JAYA". Hier verbindet sie ihren Beruf mit ihrer Erfahrung als ausgebildete Yogalehrerin in einer Damen-Kollektion für Yoga-, Tanz- und Freizeitbekleidung. Die Kollektionsidee ist funktional-bequeme und gleichzeitig feminine Bekleidung anzubieten, die sowohl im Studio als auch auf der Strasse tragbar ist. Die Shirts, Hosen, Kleider und Overalls sind sowohl sportlich und leger, ermöglichen aber durch die femininen Details einen "angezogenen Look". Die Kollektion aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle, einem Bio-Baumwolle/Lycra-Mix und Viskose wird in Nepal hergestellt. Jaya kooperiert lt. eigener Aussage mit einer der ersten Firmen in Kathmandu, die ökologische Materialien verwenden. Frauen und Männer arbeiten dort in gut ausgestatteten Werkstätten, unter fairen Bedingungen und für angemessene Löhne. www.jaya-fashion.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 51 INNATEX 29 LENA Schokolade Hamburg / Deutschland Anna Liedtke, Inhaberin und Designerin von "Lena Schokolade" möchte ihre Mode auch als Informationsmedium nutzen um komplexe Themen so zu transportieren. Für sie hat Mode mehr Potential als nur Ausdruck der Persönlichkeit zu sein. In der Linie "Die modischen Aufklärer" gibt es auf Shirts und Schals gedruckte Texte aus Zeitungen, die sich unter anderem mit Themen wie Überfischung, Kinderarbeit, Krieg, Atomkraft, PYUA Kiel / Deutschland ECORRECT Freeriding ­ das bedeutet unberührte Natur in ihrer reinsten Form erleben und schützen. Dies ist die Philosophie von Timo Perschke, Geschäftsführer und Gründer der PYUA GmbH. Im Fokus der Snowboard-Kollektion für Frauen und Männer steht dabei immer die Kombination aus Style, Funktion und Nachhaltigkeit. Die Modelle bestehen überwiegend aus recycelten Materialien, die alle Ansprüche an Schweißtransport, Temperatur-Regulierung und Wetterschutz abdecken. Jedes Kleidungsstück ist auf den entsprechenden Einsatzbereich abgestimmt. Die Formen und Schnittführung sind an organische und runde Formen aus der Natur angelehnt. Auch die Farben haben ihre Vorbilder in der Natur. Warme, kräftige Erdtöne finden ihre passende Ergänzung z.B. in den leuchtenden Farben der Krokusblüte. Zusätzlich gibt es in Kooperation mit Thomas D, bekannt als Frontmann der Band "Die Fantastischen Vier", Shirts und Hoodies aus Bio-Baumwolle. Um der Natur respektvoll gegenüberzutreten sucht das Label ständig die nachhaltigsten Lösungen für seine Produkte und sorgt durch die Sammlung in eigenen Altkleidercontainern dafür, dass die Textilien nach ihrem Gebrauch auch wieder recycelt werden können. Um diese Container zu finden gibt es eine kostenlose "Altkleider App". Die Produktion der Textilien findet in Europa statt. www.pyua.de MILCH | eco fashion Wien / Österreich Cloed Priscilla Baumgartner ist die Designerin hinter dem Label "MILCH". Sie verwandelt in ihrer intersaisonalen Kollektion "HOSEN.HEMD. KLEIDUNG" klassische Herrenanzüge in neue Mode für Frauen und Männer. Durch Upcycling wird gebrauchte Männerkleidung zu Röcken, oder Hunger befassen. Die bestürzenden Fakten sind genau recherchiert und sollen aufrütteln. Die Styles für Frauen und Männer werden aus 100% Bio-Baumwolle hergestellt, sind entweder GOTS, IVN-Best oder von der Fair Wear Foundation zertifiziert. Die "Fashion Kollektion" für Frauen umfasst Shirts, Röcke und Kleider in aktueller Schnittführung ohne Aufdrucke. Sie besteht aus 100% türkischer IVN-Best zertifizierter Bio-Baumwolle. Genäht und weiterverarbeitet wird die Kollektion in Hamburg. www.lena-schokolade.de Westen, Kappen, Kleidern und Accessoires verwandelt. So werden Herrenhemden und Herrenanzugshosen dekonstruiert und ständig neu kombiniert, zerschnitten und verstrickt, gedreht und gewendet. Hochwertiges Ausgangsmaterial macht die Kollektion klassisch und elegant, innovatives Design macht sie auffallend und modern. So entstanden Klassiker wie "Marilinn", das Neckholder-Hosenkleid oder "Fritz", die Hosen-Kappe. Das Rohmaterial kommt aus Wien und wird dort in sozialökonomischen Betrieben weiterverarbeitet www.milch.mur.at 51 INNATEX 29 · 6. - 8. August 2011 · www.innatex.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 52 INNATEX 29 Sey ­ ethical lifestyle fashion Hainburg / Deutschland 2008 gründet die Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik Selma Yasdut das Jeanslabel "Sey". Sie erfüllt sich damit den recolution Deutschland Hamburg / s Stränz, und elen, Nikolau ünden Jan Th Label "reco2010 gr as Hamburger Diekmann d und fair proRobert t ökologisch Ihre Mode is en Anspruch lution". mit einem hoh esondere Streetfashion rt. B duzierte d Tragekomfo nd e, Qualität un ts, Hoodies u an Styl en Tops, Shir er sind Denzeichen an d Marke und Männ und n für Frauen Zipper-Jacke go-Stickereien fwändige Lo änau ite Kapuzenb tails wie z.B. besonders bre ie ken Etiketten sow chlüsse an den Zipper-Jac ie Reißvers Hangtag an der. D stoff. Als celtem Kunst ne Tüte sind aus recy ient jeweils ei stücken d der gs . Vom Anbau allen Kleidun blumensamen en n und mit Bio-Sonn offproduktio e über die St ll on in Bio-Baumwo mte Produkti ndet die gesa fi Zusätdie Fertigung S zertifiziert. und ist GOT t liche der Türkei stat ecolution" umweltfreund "r kliet zlich verwend m, versendet sowie Ökostro onto wird bei n k Verpackunge d das Firmen i Prozent reundlich un maf geführt. Dre gen Bank ti ziale einer nachhal das Label an so satzes spendet m des Online-U kte. Proje on.de www.recoluti Wunsch ökologische und dennoch stylische Damenbekleidung herzustellen. Die Kollektionsphilosophie lautet: Feminines Modebewusstsein trifft auf nachhaltige Qualität. Das hat zur Konsequenz, dass "Sey" JeansTrends grundsätzlich ablehnt, die den Einsatz starker Chemikalien erfordern. Mit der Rinse-Waschung der GOTS zertifizierten Bio-Baumwolle bleibt der Chemianteil bei allen "Sey" Produkten weit unter den zulässigen Grenzwerten. Besondere Effekte wer- den durch kontrastfarbige Ziersteppereien und Garne oder hochwertige Details wie Paspeltaschen erzielt. Besonders viel Wert wird neben Material und Verarbeitung auf die Passform gelegt. Die Produktion unterliegt strengsten Qualitätskontrollen, so Selma Yasdut, die sich persönlich bei allen Produzenten ein Bild von den Arbeitsbedingungen vor Ort macht. "Sey" ist MADEBY Partner. www.sey-fashion.com WearPositive München / Deutschland Positive Gedanken und Worte auf die Haut zu bringen, in Verbindung mit ökologisch und ausschließlich regional produzierter Mode, war die Idee und der Antrieb des Münchner Designerduos Michaela Zimmermann und Ricarda Fischer das Eco Fashion Label "WearPositive" zu gründen. Die Kleidungsstücke mit den positiven ICH-Statements auf der Innenseite bestechen neben dem hohen 52 Tragekomfort durch außergewöhnliches Design und vor allem Multifunktionalität. Die "Lieblingsteile" können in verschiedensten Varianten getragen werden: z.B. als Top, Cape, Rock oder Schal. Ein Lieblingsteil = viele Looks. Alle Teile sind aus 100% Bio-Baumwolle und GOTS zertifiziert, somit schwermetallfrei und umweltfreundlich gefärbt. Die Produktion erfolgt in Deutschland und die Printmotive wie z.B. "Glücklich" werden in Handarbeit selbst aufgedruckt. www.wearpositive.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:40 Seite 53 INNATEX 29 woodlike Hamburg / Deutschland Gegründet wurde "woodlike" von Sonja und Mauricio Palma Jimenez im Dezember 2010 in Hamburg. Die Kollektion des Eco Fashion Labels umfasst Bekleidung für Frauen und Männer. Die Shirts, Kleider, Cardigans und Schals bieten einen funktionalen Stil mit einer leichten Sportivität und dem Sinn für exklusive Details. Ergänzend zur Hauptkollektion gibt es handgemachte Unikate und limitierte tgkp Kids Berlin / Deutschland 2009 gründete Designerin Diana Ernemann in Berlin ihr eigenes Kindermodelabel. Die Abkürzung "tgkp" steht für "the good karma philosophy" und für zeitlose, Europa statt. Alle Verpackungsmaterialien sind biologisch abbaubar und der Transport erfolgt klimaneutral. Als weiteres soziales Engagement spendet "tgkp Kids" 10% des Unternehmensgewinns an PLAN International Deutschland. www.tgkpkids.com la queue du chat St Laurent / Frankreich Die französische Baby- und Kindermode von "la queue du chat" ist seit sechs Jahren auf dem Markt. Die Kollektion umfasst inzwischen über 50 Artikel für Babies und Kinder von 0-10 Jahren. Angefangen von Bodies, Stramplern und Pyjamas, über Shirts, Hemden, Kleidchen und Latzhosen bis hin zu Jeanshosen, Pullis, Jacken und Mützen ist das gesamte Outfit für Jungs und Mädchen abgedeckt. Fast alle Modelle sind entweder Allover bedruckt oder haben Front-Prints mit den für "la queue du chat" typischen Tier-Motiven. Alle Modelle sind aus 100% GOTS zertifizierter Bio-Baumwolle und werden in Süd-Indien unter SA 8000 zertifizierten Bedingungen hergestellt. "la queue du chat" ist zudem Mitglied bei "Transparent Trade" und mit dem EKO Label der Control Union gesiegelt. www.laqueueduchat.com Kleinserien. Die GOTS zertifizierten Stoffe stammen aus Italien, der Türkei und Indien. Die Verarbeitung erfolgt vornehmlich in Europa und nur in Betrieben, in denen die Einhaltung der Kernarbeitsnormen der "International Labour Organization (ILO)" garantiert werden. Artikel aus Merinowolle sind nach dem Öko-Tex Standard 100 zertifiziert. Für jedes verkaufte Stück pflanzt das Label in Kooperation mit dem Verein "Bergwaldprojekt e.V." einen Baum zu dem sich in jedem Kleidungsstück ein Baumzertifikat befindet. www.woodlike.eu hochwertige Kindermode in den Größen 62 ­ 116. Die Kollektion ist ganzjährig konzipiert, so dass alle Modelle auch saisonübergreifend miteinander kombiniert werden können. Die Frühjahr/Sommer Farben 2012 sind Lavender, True Navy und Grasshopper. Das Key-Item der neuen Kollektion ist ein lässiger unisex Parka aus klassischem Twill in cooler Garment-dyeOptik. Alle Modelle werden diversen Trage, Qualitäts- und Waschtests unterzogen, bevor sie produziert werden. Die verwendeten Materialien und Zulieferer sind 100% GOTS-zertifiziert, die Fertigung findet in 53 INNATEX 29 · 6. - 8. August 2011 · www.innatex.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 54 INNATEX 29 Vorab in Kürze INNATEX Vorschau mit Trends und News Senatex GmbH Hannover / Deutschland Die DOB-Marke "Senas" hat sich umbenannt und heißt nun "eve in paradise". Ein Name, der den Wohlfühl- und Naturcharakter der Marke zum Ausdruck bringen soll. Die neuen Stoffe und Farben der Kollektion versprechen einen romantischen Frühling und Sommer 2012. Es gibt Seide gemischt mit kbA Baumwolle für Cardigans, Jacken und Basics. Seide/Bambus- Gemische für fließende Silhouetten, drapierte Westen, Pullunder und Kleider. Neu sind z.B. auch Tops und Blusen aus dreischichtigem Seidencrêpe kombiniert mit transparentem Seidengeorgette sowie ein zweischichtiger BaumwollJersey für drapierte, asymmetrisch geschnittene Oberteile. Ergänzt wird die Kollektion durch Schals, deren modischer Schwerpunkt auf einer Kombination aus Gewebe, Strick und Strukturen liegt. Dezente Farbtöne werden ergänzt durch laute Akzente. Durch Flashund Preisprogramme sowie ein saisonales Stock-Programm bieten sich dem Handel vielfältige Möglichkeiten die Order zu gestalten. www.eveinparadisefashion.de g.p. perryman Denklingen / Deutschland Gabriele Perryman entwirft seit 1992 als freie Stilistin für führende Modemarken Kollektionen für Strick, Sportswear und DOB. Für ihre eigene Limited-Edition Kollektion "g.p. perryman" widmet sie sich für Frühjahr/Sommer 2012 dem Thema ­ "generations". Eine klare feminine Linienführung wird kombiniert mit antiken Details, wie z.B. alten Spitzen aus Urgroßmutters Zeiten. Blusen, Röcke und Kleider werden so zu Unikaten, die im Alltag oder auch zu festlichen Anlässen getragen werden können. Verwendet werden kbT und GOTS zertifizierte Seidencrêpe-Gewebe und Seidenjerseys. Die Farbrange der pflanzlich gefärbten Stoffe reicht von Naturweiß über Sand und Altrosa bis hin zu Muskatbraun. Die Farben sind auf ihre Licht- und Waschechtheit getestet. www.gp-perryman.de 54

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 55 INNATEX 29 LIVING CRAFTS organic textiles Selbitz / Deutschland Seit fast 25 Jahren stellt "LIVING CRAFTS" Öko-Textilien her. Die Kollektion für Damen, Herren, Kinder und Babies umfasst Tag- und Nachtwäsche, Socken, Accessoires und Freizeitbasics. Neu im Unterwäsche-Programm für Frühjahr/Sommer 2012 ist eine maschinenwaschbare Wolle/Seide-Qualität. Im Basic-Shirt Bereich finden sich neue Damen-Modelle, bei der Nachtwäsche gibt es frische Designs sowohl für Damen als auch für Herren. Das Farbspektrum der Basicfarben wird für die kommende Saison um modische Akzente in Aubergine und Ziegelrot ergänzt. Die Basic-Wäsche in Feinripp-Qualität für Kinder ist ab Frühjahr/Sommer auch im Doppelpack und in modischen Farben erhältlich. Neu ist auch das Sofortprogramm für die Basic-Styles im Baby- und Kindermode-Bereich sowie eine modischsportliche Youth-Wäschelinie aus Lycrajersey von Gr.122/128 bis XS. Für die Präsentation im Handel bietet das Unternehmen ein flexibles Warenträgersystem als Shopin-Shop-Konzept an. "LIVING CRAFTS" ist firmenzertifiziert nach GOTS. www.livingcrafts.de Sommer & Consorten ­ natural brands Hamburg / Deutschland Mit der Marke "piccalilly" haben "Sommer & Consorten" ihr viertes englische Label im Sortiment. Für die Stimmungen des farbigen und lebensfrohen Designs von "piccalilly" lässt sich Designerin Hannah Evans vom klassischen Flair der Badestrände Großbritanniens inspirieren. Egal ob Sonne oder Regen, es geht um See und Strand, Eimer und Schaufeln, Ice-Cream und Limonade oder Fish und Chips. Die Kollektion für Mädchen und Jungen von 0-6 Jahren umfasst von T-Shirts, Blusen, Hemden, Pullis, Hosen, Shorts, Jeans und Kleidern über Mützen, Bodies, Strampler, Schlafanzüge und Babydecken auch Waschlappen, Bademäntel, Handtücher, und Strandlaken. Die Herstellung der "piccalilly" Kindermode ist Fairtrade und GOTS zertifiziert. Die Bio-Baumwolle ist ebenfalls GOTS zertifiziert. www.sommerconsorten.de Pressekontakt Innatex: Sabine Lydia Müller/Andrea Imgenbroich aus 100% Naturkautschuk, die besonders weich, schockabsorbierend, rutschfest und farbecht ist. Neue Modelle für Frühjahr/Sommer 2012 sind Ballerinas, Sandaletten und Espandrilles-Slipper in den Farben Türkis, Himbeer, Khaki, Orange, Rot sowie Blau-Weiß und Rot-Weiß gestreift. Die Namen der Neuzugänge, wie z.B. "Belisa", "Sandburg" und "Feuer&Flamme" verraten ihre Zugehörigkeit zu den drei Kollektions-Themen "Familie", "Sommer" und "Hot". Die Modelle für Erwachsene sind von Gr. 35-46 erhältlich, Kindermodelle von Gr. 20-35. www.nanga-shoes.com NANGA Innsbruck / Österreich Bei "NANGA" aus Österreich steht die ressourcen- und umweltschonende Herstellung ihrer Hausschuhe für Kinder und Erwachsene im Vordergrund. Verwendet wird 100% Bio-Schurwolle, die im Winter wärmend und zugleich pflegeleicht ist. Die Sommermodelle sind aus 100% Bio-Baumwolle, die für angenehme Atmungs-aktivität sorgt. Alle Modelle haben eine patentierte Sohle INNATEX 29 · 6. - 8. August 2011 · www.innatex.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 56 ECO FASHION DAYS Viel Bewegung in Berlin Gut frequentierte Eco Fashion Days anstaltung, abgesagt worden war. Die Gesellschafter hatten sich getrennt. Zwar wollte Gereon Pilz van der Grinten das Konzept allein fortsetzen, die Stornierung zahlreicher Label, die ihre Kollektionen zum dieses Mal sehr frühen Termin nicht rechtzeitig fertig bekamen, bedeuteten dann aber das (vorläufige) Aus. Die Macher der The.key.to hatten auf einen Einstieg der Messe Frankfurt gehofft. Diese übernahm jedoch den GreenShowroom im Hotel Adlon, der spürbar an Zugkraft gewann und um die Ethical Fashion Show erweitert wurde. Kaum ein Durchkommen gab es auf der Premium, auf der sich seit Jahren nachhaltig ausgerichtete Brands neben ,konventionellen' präsentieren. Premiere feierte überdies die InFashion. Seit 2006 in München etabliert, zeigt diese nun zusät- Erstmals fand im noblen Hotel Adlon im Verbund mit dem GreenShowroom auch die aus Paris bekannte Ethical Fashion Show statt. Queen and Princess Von Saison zu Saison zieht die präsentierte sich im our Berliner Fashion Week mehr Bereich Green Glam der InFashion. Besucher an. Auch die Eco Fashion Days ­ sozusagen die ,Dachmarke' der grünen Plattformen ­ fanden Anfang Juli regen Zuspruch. Und das, obwohl die Messe The.key.to, die gemessen an der Ausstellerzahl bis dato größte Ver56 zlich in Berlin Präsenz, inklusive eines Bereiches Green Glamour. Ein viel versprechender Beginn, fand nicht nur das Fachhändler-Ehepaar Ott von Marlowe nature aus Hamburg: "Die InFashion könnte ein neuer Schwerpunkt werden." Doch damit nicht genug: Den EcoShowroom und zahlreiche weitere Schauräume galt es ebenso zu besuchen wie die Modenschauen des Lavera Showfloor. Für Entspannung sorgte die Innatex Lounge, die Wallauer Messe lud am 7. Juli schon fast traditionsgemäß zum abendlichen Get-together ein. So inspirierend das Location-Hopping und die damit verbundenen ,Stadtrundfahrten' in Berlin auch wieder waren, so wurde doch die Frage nach einer großen, gemeinsamen Plattform laut. Gereon Pilz van der Grinten hat diesen Traum noch nicht aufgegeben, InFashion-Chefin Andrea Frahm möchte das Segment Green Glamour gerne ausbauen und auch Bernd Müller von der Messe Frankfurt signalisiert Bereitschaft: "Wenn der Bedarf da ist, werden wir versuchen, ihn zu decken." Es bleibt also spannend in Berlin, wo grüne Mode auf jeden Fall nicht mehr Stefanie Hütz wegzudenken ist.

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 57 Höhepunkt des GreenShowroom: die Salonshow. Im Bild Mode von Leibschneider (rechts) und Alina Schuerfeld (unten) Sey machte mit einem ,grün geschminkten' Model auf seine Jeans aufmerksam. Schauspielerin Andrea Sawatzki (Bildmitte) besuchte die Salonshow des GreenShowroom, links und rechts dessen Gründerinnen Jana Keller und Magdalena Schaffrin. Ob Hybrid-Autos oder Fahrradtaxi: Auch die Logistik der Eco Fashion Days zeigte sich von ihrer nachhaltigen Seite.

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 59 Bekleidung für Babys und Kleinkinder. Mode aus Merino-Schurwolle und WollWalkstoffen aus kbT in wunderschönen Farben, ideal zum Kombinieren. Windelsysteme, Decken, Schlafsäcke und vieles mehr für die Allerkleinsten. Heimtextilien aus hochwertigem Woll-Walk. Kuschel-Qualität und aufwändige Verarbeitung. Wir laden Sie ein zu unserem Seminar "Rund um Wolle" Wann: Samstag, 6. August von 17.00 bis 18.00 Uhr und Sonntag, 7. August von 9.00 bis 10.00 Uhr Wo: INNATEX, Messestand von disana Erfahren Sie alles über die Herkunft, Ökologie, Lagerung und Pflege unserer disana Wollartikel. Was tun gegen Peeling? Wie wird Wolle gewaschen? Wie Reklamationen begegnen? Einfach alle Informationen rund um Wolle zum Start der neuen Saison. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir bitten um Anmeldung. INNATEX 6. ­ 8. August Erdgeschoss Stand Nr. 26 disana GmbH & Co.KG Rosenstraße 26 D-72805 Lichtenstein Telefon +49 71 29 - 44 93 www.disana.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 60 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Knallig bunt und dekorativ Blumenkinder Julie trägt ein süße Tunika aus 100 % Baumwolle und eine Jerseyhose aus 100% biologischer Baumwolle. Im kommenden Frühjahr/Sommer zeigt sich der Nachwuchs auch modisch von der fröhlichen Seite Wie die Alten summen, so zwitschern auch die Jungen, heißt ein Sprichwort, das in den letzten Jahren durchaus auf die Kindermode übertragbar war. In der nächsten Saison ist es wohl eher umgekehrt. Bei den Kids ist man knallige Farben traditionell eher gewöhnt als bei ihren Eltern. Wie auch immer: Es darf richtig zur Sache gehen. Kräftiges Cyan, Pink (bei den Girls auch kräftiges Rosé), Lemon und Green sind dabei, die Klassiker Dark Blue, Red und Offwhite, dazu frisches Weiß. Und während die Farbe bei den Erwachsenen meist das einzige schmückende Element bleibt, kommt bei den Zöglingen die ein oder andere Dekoration dazu. Flower Power ist bei den Mädchen angesagt. Mehrfarbige Blumenalloverdrucke zieren (Tunika-)Shirts und Kleider. Volants, Rüschen, Raffungen, Stickereien unter-

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 61 Paul trägt eine Strickjacke und eine Jeanshose aus 100 % biologischer Baumwolle kombiniert mit einem lässigen Karohemd aus 100% Baumwolle. Modelle und Fotos dieser beiden Seiten: Selana www.selana.com Flower child Next spring/summer children's fashion matches their naturally cheerful disposition. An adage claims: like oldies hum, young ones strum. This adage could well have been applied to children's wear in the recent past. Next season promises just the opposite as the bright, eye-popping colours prevalent in next summer's adult fashion are usually more typical of children's wear. Be that as it may, colours for children's fashion get right down to business. Intense cyan, pink (for girls also a strong Exclusive Baby- und Kinderbekleidung Stilleinlagen und Still-BH Vororder- und Sofortprogramm Qualität Made in Switzerland Höchster ökologischer Standard Selana GmbH · Lindenstrasse 56 · CH-9443 Widnau, Schweiz Fon: 0041/71/7228472 · Fax: 0041/71/7225209 Mail: contact@selana.com · www.selana.com

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 62 FRÜHJAHR/SOMMER 2012 Kleider "Chiara", Batist Jacke "Carmen", Leinenstrick Modelle und Fotos: Lana natural wear www.lananaturalwear.de Natürliche Biotextilien t au ie l, R a en bu nt tragen r Wi u nd gesu nd! iC be n sila Ihr Kind steht bei uns im Mittelpunkt, aber auch für Muttis und Vatis haben wir schöne Tagund Nacht- Wäsche! Durch schadstofffreie Textilien und natürliche Wäsche von Cosilana wird die Haut und das Wohlbefinden unserer Kinder verbessert und gesund erhalten. Cosilana verarbeitet nur natürliche Materialien wie Merinoschurwolle, edle Shappé- und Tussahseide, BioBaum-wolle oder Mischungen. Alles kontrollierte und zertifizierte Materialien. · Kindergerechte Schnitte, die nicht einengen und viel Platz für ein natürliches Wickelpaket bieten · Naturbelassene, hochwertige Materialien, die der Haut schmeicheln · Knuffig-weiche, warme, mitwachsende Fleece-Oberbekleidung für Babys und Kinder. Kleider in Druck "Arabella", Single X-Shirt "Lilly", Single Kleid "Mona", Longshirt "Tine", Single Ringel Caprilegging "Kim", Single Lassen Sie sich und Ihre Familie von der hohen Qualität unserer Produkte überzeugen, die vom guten Fachhandel geführt werden. Cosilana Naturwäsche GmbH Tegernbacher Straße 5 · D-72351 Geislingen / bei Balingen Tel.: +49 (0) 7433 - 9046846 Fax: +49 (0) 7433 - 9675481 Mail: info@cosilana.de Web: www.cosilana.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 63 INNATEX 1. OG Stand 153

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 64 streichen die verspielt-romantische Strömung. Fröhliche Streifen sind nicht wegzudenken, auch nicht bei den Jungs. Für diese haben die Designer darüber hinaus plakative Prints (bunte Beachoder Dschungel-Motive zum Beispiel) sowie coole Badges für Shirts, Longsleeves und Sweats in petto. Das Hosenspektrum reicht bei den Mädchen von Röhren über Chinos bis zur Haremshose. Shorts fehlen natürlich ebenfalls nicht. Die Bermudas der Boys sind häufig mit trendigen Karos bedruckt. Abwechslungsreiche Cargohosen werden den jungen Abenteurern überdies ebenso gerecht wie das breite Spektrum an Denims. Stefanie Hütz rosé), lemon and green are in the new colour spectrum, as well as classic dark blue, red and off-white freshened up by white. And while colour is often the sole decorative feature in adult wear, their juniors' fashion picks up some distinctly decorative elements. Flower power is "in" for girls. Multicoloured floral all-over prints adorn shirts, tunics and dresses. Flounces, ruffles, gathers and embroidery abound in playful romantic styles. Stripes in cheerful colours are indispensable, even for boys. Especially for them, designers offer striking prints (for example beach and jungle motifs) as well as cool badges on shirts, both short- and long-sleeve, as well as sweatshirts.The selection in trouser shapes for girls range from stovepipe Die UV-Belastung steigt. Deutlich mehr Kunden fragen bei Sommermützen nach UV-Schutz und Modellen mit Schirm und Nackenschutz oder mit breiter Krempe. Strunzl ist eine neue "Multifunktionstuch mütze": er ist Halstuch, Wichtelmütze, Stirnband, Schlupftuch und Cabriokopftuch mit Schalkragen ­ eine schicke und bequeme Kopfbedeckung der unbegrenzten Möglichkeiten. Modelle und Fotos: PICKAPOOH www.pickapooh.de

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46-65:nn2.11 16.07.11 12:41 Seite 65 Green Cotton präsentiert die verspielte, modische aber sinnvolle Kinder-Kollektion Fred's World. Der Stil ist farbenfroh, mit vielen coolen Prints und mit super Passformen. Es wird nie langweilig. Foto und Modelle: Green Cotton www.green-cotton.dk to chinos to harem-pants. Shorts are not to forgotten. Boy's bermudas are often in trendy checks. Variations in cargo-pants and a wide selection of denims do justice to young adventurers.

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:24 Seite 66 SCHUHE Schuh-Neuheiten POLOLO Hausschuhe: Wie gehabt Made in Germany! POLOLO bietet wieder mal eine Menge Interessantes NEU Modelle Ritter und Prinzessin Neue Modelle bei den POLOLO Weichlederschuhen! Ein ganzes Königsreich ist bei POLOLO eingezogen mit Prinzessin, König und Rittern aus 100 % pflanzlich gegerbten wei- chen Ledern.Die POLOLO Hausschuhe werden ausschließlich in Deutschland hergestellt. Hier arbeitet POLOLO mit lokalen Lieferanten und Gerbern zusammen, die POLOLOS Vor- stellungen von ökologischen und handwerklich guten Produkten teilen. Die ökologischen Standards von POLOLO gehen weiter als die vorgeschriebenen gesetzlichen Bestimmungen. Neu: POLOLO Kinderschuhe Made in España! POLOLOS neue ökologische KinderschuhLinie: Mit tollen Designs, super Passform und natürlich aus echtem Leder, 100 % pflanzlich gegerbt, schadstofffrei, atmungsaktiv und besonders hautfreundlich. Mit einer robusten Außensohle, die sich flexibel den Bewegungen des Kindes beim Spielen, Hüpfen und Laufen anpasst. Und zwei Innensohlen: einer Lederdecksohle und einer wärmenden und zugleich schweißab66 sorbierenden Filzsohle. Die neue Kinderschuh-Linie von POLOLO umfasst zurzeit sechs Modelltypen in verschiedenen Farben in den Größen 19 bis 32. Geschäftsführerin Franziska Kuntze zum Produktionsstandort Spanien: "Dies ist für POLOLO ein erster Schritt in die Kinderschuh-Branche mit festem Schuhwerk. Der Bedarf nach qualitativ hochwertigen und POLOLOS neue ökologische Kinderschuh-Linie

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 67 ökologischen Kinderschuhen war uns bekannt. Aber lange haben wir nach dem optimalen Produktionsstandort für unsere neue Kinderschuh-Linie gesucht. In Deutschland fehlt uns jedoch die Infrastruktur für eine optimale Kinderschuh-Produktion. In Spanien, nahe Alicante, der Hochburg der Schuhspezialisten, sind wir schließlich fündig geworden. Gaspar, unser spanischer Kooperationspartner verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit Kinderschuhen und pflanzlich gegerbtem Leder. Hier fertigen er und sein Team nun unsere POLOLO Kinderschuhe nach unseren Vorgaben und mit den bewährten, ökologischen, pflanzlich gegerbten Ledern aus Deutschland." POLOLO Stulpen für Kleine und Große zum Wohlfühlen! NEU POLOLO Stulpen POLOLOS weiche und wärmenden Fußund Armstulpen aus 100 % kbT Wolle sind die ideale Ergänzung zu unseren POLOLOS. Im Baby-Tragetuch sind die Stulpen genial, da die Hosen bei getragenen Babys einfach immer zu hoch rutschen. Beim Herumtollen und im Kinderwagen wärmen sie die Ärmchen oder Beinchen der Kleinen. Sie sehen aber auch total "cool" bei den "Großen" aus und sind definitiv zum Wohlfühlen gemacht. NEU POLOLO Geschenkkoffer mit Shaun das Schaf in Kooperation mit Pixi Shaun das Schaf ist ein Star der POLOLO Kollektion und als superweicher Hausschuh ab sofort auch im Geschenkpaket z.B. als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk zu haben. Zusammen mit einem spannenden, passenden Pixi-Buch in einem lustigen, robusten Koffer, der in jedem Kinderzimmer noch lange eine wichtige Rolle spielt. Auf der INNATEX finden Sie POLOLO mit seiner neuen Kollektion im Erdgeschoss, Stand 23 Die gesamte Kollektion sowie Informationen zum Unternehmen finden Sie unter www.pololo.com Tel: 0049-(0)30-797 098 66 , Fax: 0049- (0)30-797 098 64 info@pololo.de , www.pololo.de Mitglied des IVN dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 68 SCHUHE Design- und Öko-Schuhe Loints of Holland im Sommer 2012: schlichte und unverwechselbare Designs, umweltfreundliche Produktionsweise mit Leder aus Deutschland, mehr als 30 Farben und "Made In Europe" in eigener Fabrik. Das Original aus Holland

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 69 In der neuen Kollektion Sommer 2012 gibt es die einzigartigen und farbenfrohen Turbo-Ballerinas, aber auch biegsame Clogs, Korkfußbettsandalen, Wechselfußbetten und viel mehr. Durch anschmiegsame Materialien, anatomisch geformte Fußbetten und durch natürliche Leistenformen mit Nord-Europäischer Passform, wird das Gehen mit Loints of Holland zum Erlebnis. Das Design zeigt schon seit mehr als 30 Jahren eine klare Linie, aber diese wird auch von verschiedenen aktuellen Faktoren beeinflusst: von Architektur, von der Mode, Farben, von der Umwelt und von der Lust, tolle Schuhe zu machen! Dabei werden nur qualitativ hochwertige Leder verwendet, sodass die Schuhe eine lange Lebensdauer haben. So machen wir auch den Müllberg kleiner. Die Firma wurde 1918 gegründet, und seit den 70er-Jahren produziert man flexible Schuhe nach besonderen Entwürfen. Die Formel "Less is more" wird heutzutage oft benutzt, gilt aber für Loints schon seit mehr als 30 Jahren. Die Loints of Holland Kunden sind daher Fans, und regelmässig kommen begeisterte Zuschriften, heutzutage auch via Gästebuch auf der Website lointsofholland.com. Die Export von Loints of Holland wächst ständig, neben Europa auch in Asien. Die Endverbraucherpreise liegen zwischen 90 und 190 Euro. Mehr Infos unter Tel: 0031-416-272399 www.lointsofholland.com info@loints.com Sie finden Loints of Holland auch auf der GDS Düsseldorf, 7.-9. September, Halle 3 C29

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 70 WARE UND SORTIMENT Olga-M. Wernet www.havelwolle-naturkleidung.de "Ein knallrotes Kleid in Größe 48 bitte!" Ich liebe Kundinnen mit Normalfigur! Egal wie streng sie mit sich ins Gericht gehen wegen jedem kleineren oder größeren Speckröllchen, egal wie hoch die Ansprüche sind, Krampfadern oder alternde Oberarme verbergen zu wollen. Ich bediene mit Freuden jeden Sommeroder Herbsttyp, Rothaarige wie Kleinbusige, Bouretteseidenhasserinnen und Nur-in-Deutschland-produzierte-Kleidung-Käuferinnen! Solange sie sich im Größenbereich S bis XL bewegen! Ich greife in meine Regale und lege eine Auswahl an passenden Kleidungsstücken zur Anprobe bereit. Das ist mein Job. Diese Herausforderung macht den Reiz meines Ladenalltags aus. Naturkleidung hat sich in den letzten 30 Jahren von einer eher sackleinenen Nischenexistenz zu einer wahrhaft hochmodischen, innovativen und kreativen Branche entwickelt. Diese Wandlung haben wir Einzelhändlerinnen mit großer Begeisterung mitgemacht und erleben es oft, dass unsere Kundinnen diese erfreuliche Veränderung immer noch überrascht! Alles scheint möglich zu sein: Farbenvielfalt, junge und klassische Schnitte, auch lässige und figurbetonte, immer neue Materialvariationen. Jeder Wunsch wird erfüllt! Jeder? Mode in Größe 46, 48, 50 oder 52 ist so gut wie nicht existent. Die Naturmodedesigner scheinen die großen, starken und dickeren Frauen vergessen zu haben, die doch wirklich unübersehbar sind! Ich spreche nicht davon, Klei70 Liebe Lieferanten, das wollte ich schon lange mal loswerden! dungsstücke, die es in S bis XL gibt, durch Stoffzugaben in die Länge und Breite auszudehnen: über XXL nach XXXL oder sogar XXXXL (was für hässliche Bezeichnungen nebenbei bemerkt!). Das funktioniert nicht und sieht oft genug grotesk aus. Ich spreche auch nicht von den ärgerlichen, ja peinlichen Momenten, in denen eine stattliche Frau ein T-Shirt anprobiert, auf dessen Etikett zwar Größe 48 draufsteht, es aber eher eine 42 ist. Wo ist die Herstellerin, die pfiffige, schicke, liebevolle Naturkleidung zum Wohlfühlen für die Figuren ab Größe 46 macht? Ich habe einen kleinen Laden am Rande von Berlin und es vergeht kein einziger Tag, an dem nicht Kundinnen ihren Blick durch den Laden schweifen lassen, um dann enttäuscht festzustellen: "Für mich haben Sie ja wahrscheinlich nichts!?". (Sie müssen es gar nicht aussprechen, ich sehe es ihnen an.) Ich möchte sie so gerne bedienen. Ich möchte dann in die Regale greifen: "Bitteschön"! und keine Momente mehr erleben, in denen ich verzweifelt zu groß geratene dänische Teile anbiete, immer in der bangen Hoffnung, dass sie passen. Oder vielleicht habe ich ja Glück mit dem einen Flatterteil einer Firma, die sich redlich Mühe gibt, auch mal einen Schnitt bis XXXL hochzuziehen. Und umgekehrt, ich möchte nicht mehr, dass eine stattliche Frau voller Erwartung ein Kleid in Größe 46 probieren will, das schon beim Über-den-Kopf-ziehen streikt. "Ein rotes Kleid, bitte!" ­ jede Frau soll ein Kleid in ihrer Größe in meinem Laden bekommen können. Vielleicht habe ich dann nur ein blaues oder grünes, oder das rote in 50 ist leider schon verkauft ­ damit kann ich leben. Aber von vorneherein für einen großen Teil der Kundinnen (nach meinen Beobachtungen etwa jede achte) fast nichts anzubieten zu haben, ist nicht mehr akzeptabel! P.S. Mir ist natürlich bewusst, dass Ähnliches für die Größen 32 und 34 gilt!

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 71 WARE UND SORTIMENT Regeneratfasern als Alternative? Der weltweit steigende Bedarf an Fasern für Bekleidung und technische Textilien wirft einige grundlegende Probleme auf: Es wird in absehbarer Zeit nicht möglich sein, die Menschheit mit Naturtextilien zu versorgen, ob herkömmliche Synthesefasern wie Polyester und Polyamid aufgrund der wachsenden Ölknappheit zukünftig noch rentabel hergestellt werden können ist nicht sicher. Selbst konventionell hergestellte Baumwollstoffe und andere Naturfasern werden langfristig nicht ausreichen, da das Bevölkerungswachstum und der steigende Lebensstandard in den heutigen Schwellenländern für eine immer größere Nachfrage sorgen. Der Baumwollanbau hat zudem noch ein spezielles Problem: Die Pflanzen benötigen viel Wasser, Baumwolle wächst aber fast nur in Ländern, die ohnehin schon unter Wasserknappheit leiden. Ohne spezielle Bewässerungssysteme wird Baumwolle in Zukunft nicht mehr oder nicht rentabel angebaut werden können. Hinzu kommt der Flächenverbrauch ­ immer öfter wird man sich die Frage stellen müssen, ob die zur Verfügung stehenden Agrarfläche für Lebensmittel oder eben andere Nutzpflanzen verwendet werden soll. Regeneratfasern auf Holzzellstoff-Basis könnten eine Möglichkeit sein, einen Teil des Faserbedarfs zu decken. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und Wald wächst auch auf Böden, die sich nur bedingt für eine andere Agrarnutzung eignen, so genannten Grenzertragsflächen. Die Holzproduktion in naturnah bewirtschafteten (Plantagen-)Wäldern kommt zudem ohne Herbizide und Pestizide aus, ganz im Gegensatz zu konventionell angebauter Baumwolle. Auf künstliche Bewässerung kann in der Regel verzichtet werden. Zellulosefasern sind bei der Verbrennung CO2-neutral und einige lassen sich sogar kompostieren. Dabei darf der Stoff logischerweise nicht als Beimischung zu Synthetics verwendet werden. Doch auch der für die Faserge- Lyocell unter der Lupe winnung brauchbare Holzzellstoff ist nicht in unendlichen Mengen verfügbar und daher ein knapper Rohstoff, zumal die Nachfrage nach Regeneratfasern steigt. Seit einigen Jahren wird Lyocell als besonders umweltfreundliche Regeneratfaser beworben, die von dem österreichischen Hersteller Lenzing unter dem Markennamen Tencel® vertrieben wird. Lenzing ist derzeit der einzige LyocellProduzent am Markt. Das Herstellungsverfahren gilt als ressourcenschonend und zukunftsweisend, Wasser- und Energieverbrauch schneiden im Vergleich zu anderen Chemiefasern gut ab. Alle Daten beruhen jedoch auf Angaben des Herstellers, die zur Verfügung stehenden Informationen sind teilweise nicht umfassend. Eukalyptus-Plantage Foto: fotolia

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 72 WARE UND SORTIMENT FSC-Zertifizierung? Aber ja! Oder doch nicht? Tencel® ist FSC-zertifiziert ­ aber nur teilweise. FSC-zertifiziert bedeutet, dass Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern verwendet und die gesamte Produktionskette bis zum fertigen Stoff von der FSC kontrolliert wird, damit keine Vermischungen mit nicht-zertifiziertem Material, z.B. im Lager, stattfinden. Je nach Kundenwunsch ist aber auch nicht-zertifiziertes Tencel® erhältlich. Man muss also genau hinschauen, und die Nachfrage nach zertifiziertem Material ist noch relativ gering. Übrigens: Genmanipulierte (transgene) Pflanzen sind nicht FSC-zertifizierbar. Das Herstellungsverfahren von Lyocell Am Anfang steht der Zellstoff. Für die Tencel®-Produktion wird in erster Linie Eukalyptusholz aus Südafrika verwendet, ein Teil kommt aus Brasilien. Die südafrikanischen Eukalyptus-Wälder, genauer gesagt Plantagen, sind FSC-zertifiziert, somit ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der "Ressource Wald" zumindest dort gewährleistet. Auch der Zellstoff aus diesen Bäumen, ebenfalls in Südafrika hergestellt, trägt das FSC-Siegel. Laut Lenzing stehen diese Plantagen auf Grenzertragsflächen, die sich nicht für die Lebensmittelproduktion eignen. Die Faserausbeute bei Eukalyptus soll etwa viermal höher liegen als bei (konventioneller) Baumwolle, der Wasserbrauch hingegen bis zu zwanzigmal niedriger als bei Baumwolle. An den Produktionsstandorte in Europa und den USA werden die Zellstoffplatten zerkleinert und mit Wasser aufbereitet. Um die Zellstofffasern zu lösen, wird der Lösungsvermittler NMMO (N-Methylmorpholin-N-oxid) hinzugegeben und das Wasser wieder entzogen. Dieser flüssige Zellstoff wird gefiltert und unter hohem Druck durch Spinndüsen gepresst. In einem wässrigen NMMO-Bad fällen die Fasern aus ­ das heißt, dass sie ihre Festigkeit zurück erhalten ­, werden zu Garn versponnen und dann weiterverarbeitet. Bei diesem Prozess fallen kaum Abfälle an, lediglich die ersten Fäden sind produktionsbedingt von minderer Qualität und werden ausgesondert. Neben Kühlwasser, das den Herstellungsprozess unbelastet durchläuft, gibt es aber noch Abwässer. Welche Mengen dafür benötigt werden, war leider nicht in Erfahrung zu bringen. Im Vergleich mit der Viskose-Herstellung ist der Produktionsprozess umweltfreundlicher und ressourcenschonender. Das Lösungsmittel NMMO gilt als untoxisch und wird, da das Verfahren in einem geschlossenen Kreislauf verläuft, zu über 99 Prozent zurückgewonnen. Nach Firmenangaben kann das NMMO praktisch unbegrenzt wiederverwertet werden, lediglich kleine Mengen, die durch Auswaschwasser oder Reinigungsmaßnahmen verloren gehen, müssen ersetzt werden. Es gibt noch weitere Umweltaspekte bei der Weiterverarbeitung und Ausrüstung der Stoffe. Die Anfärbbarkeit von Lyocell ist besser als bei Baumwolle, dadurch können 50 Prozent Farb- und Hilfsstoffe eingespart werden. Der Energieund Wasserbedarf beim Färben ist ebenfalls nur halb so groß, Foto: Fir0002 Foto: fotolia

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 73 Lebenszyklusanalyse zu folgendem Ergebnis: "Die Umweltbelastung durch Lenzing Fasern ist zum Teil deutlich geringer als bei manch anderen Fasertypen" ­ das hätte durchaus etwas präziser ausfallen dürfen. Die Studie vergleicht verschiedene Lenzing-Fasern mit Polyester, Polypropylen und konventioneller Baumwolle ­ unter dem Strich wird den Regeneratfasern, insbesondere Lyocell, eine gute CO2-Bilanz bescheinigt. Das scheint glaubhaft. "Bio" ist es aber trotzdem nicht. die Abwasserbelastung ist entsprechend geringer. Interessant wären Vergleiche mit Chemiefasern wie Polyester oder Polyamid. Da aber andere Farbstoffe und Prozesse zum Einsatz kommen, ist ein direkter Vergleich bisher nicht durchgeführt worden, es gibt derzeit keine verfügbaren Daten. Das Gleiche gilt für den Gesamtenergieverbrauch bei der Produktion der Fasern, auch hier liegen keine direkten Vergleichsdaten vor. Der Hersteller Der Hersteller Lenzing bemüht sich, die Produktion "so umweltfreundlich wie möglich" zu gestalten, was sich beispielsweise im deutlich reduzierten Wasserverbrauch der österreichischen Werke innerhalb der letzten 30 Jahre bemerkbar macht, oder eben bei dem geschlossenen Lyocell-Produktionskreislauf. Auch beim Thema Energieverbrauch setzt Lenzing auf optimierte Prozesse. So werden die nicht verwertbaren Holzreste nicht verworfen, sondern zur Energiegewinnung in einem eigenen Kraftwerk genutzt. Dennoch: Regeneratfasern werden durch diese Bemühungen keine Naturfasern. Lenzing spricht daher von "ökologisch optimierten Synthetikfasern fur den Bio-Markt" ­ man darf wohl bezweifeln, dass der "Bio-Markt" dieses Material unhinterfragt akzeptieren wird. So kommt eine von Lenzing in Auftrag gegebene Zusammenfassung Lyocell ist wohl derzeit die umweltfreundlichste Regeneratfaser. Die Faserausbeute bei Holz ist gegenüber Baumwolle höher, aber auch die nachwachsende Ressource Holz ist laut Aussage von Lenzing ein "knapper Rohstoff". Mit Zellstofffasern allein kann der weltweite Faserbedarf folglich nicht gedeckt werden, aber sie können einen Teil der Nachfrage bedienen. Der Energieverbrauch ist gegenüber Polyester oder Polyamid geringer, nur recyceltes Polyester schafft hingegen nochmals bessere Werte. Insgesamt kann man den Eindruck gewinnen, dass Lyocell das Potential hat, im Fasermarkt eine wichtige Rolle zu spielen, wenn auch nicht im Bio-Bereich. Der Grundstoff Zellulose ändert nichts daran, dass Regeneratfasern synthetische Fasern sind, selbst wenn sie umweltfreundlich hergestellt werden ­ eine Zertifizierung nach IVN-Best oder GOTS scheint derzeit ausgeOliver Loos schlossen. Machen Sie sich ein eigenes Bild: Link-Tipps http://www.fsc-deutschland.de/ http://www.waldwissen.net/ lernen/weltforstwirtschaft/ wsl_suedafrika/index_DE http://www.waldwissen.net/ lernen/weltforstwirtschaft/ wsl_eukalyptusplantagen_ brasilien/index_DE http://www.lenzing.com/ Besuchen Sie uns auf der Innatex Stand OG 134! Tel.: 0211-699 90 56-10 marketing@hempro.com Hempro Int.

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 74 HANDELSMARKETING Shirts und Jeans aus Biobaumwolle im Sortiment und dann ein Regal, das giftige Dämpfe ausdünstet? Ein No-Go. Wer ökologische, fair produzierte Produkte anbietet, sollte sich auch im Hinblick auf die Innenarchitektur seines Geschäfts umweltfreundlich verhalten. Das gebietet nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit den Kunden gegenüber. Bis dato war konsequentes ökologisches Einrichten jedoch ähnlich schwer ­ und ohne Pioniergeist kaum zu realisieren ­ wie vor Jahren noch der Mode-Einkauf. Einzelhändler mussten als Autodidakten agieren, viele kooperierten mit kleinen, meist regional ansässigen Tischlereien, getreu dem Motto: Da weiß man, was man hat (bzw. bekommt). Für kleine Häuser ist dies ohnehin ein gut gangbarer Weg. Als Michaela Gielgen 2009 ihr Bogner-Franchise-Geschäft in Regenburg in den Organic-Concept-Store ,Ludwig 3' verwandelte, passte Auch die Figuren-Branche, hier Genesis Display, wird ,grüner'

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 75 HANDELSMARKETING Ökologisch Einrichten Ambiente und Angebot sollten zusammenpassen sie auch den Ladenbau entsprechend an. Die verwendeten Hölzer sind FSC-zertifiziert, die Farben lösemittelfrei, der Bezug des grünen Sofas besteht aus kbT-Wolle und Baum-Tattoos an den Wänden senden eine klare Botschaft. 44 alte Obstkisten montierte die Einzelhändlerin zu einem Jeans-Regal, das jetzt beinahe so gefragt ist wie die Ware, die darauf präsentiert wird. Erhalten blieb der kanadische Ahornboden, er wurde lediglich geschliffen und neu geölt. Vorhandene Materialien wiederzuverwerten, schont schließlich auch die Umwelt.

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 76 Grüße von der HANDELSMARKETING BabyInsel Fachberatung rund um Naturtextilien Wickeln Stillen Tragen Kinderwagen Lauflernschuhe Im Winter wieder persönlich auf der InNaTex ­ im www. immer für Sie da! Vertikaler Garten: Die ,Wonderwall' im Companys Store in Basel. www.lenya.de www.naturkind.at www.lindjan.de Inzwischen gibt es Ladenbauunternehmen, die sich gezielt auf Shop-Recycling spezialisiert haben. Schleifenbaum design + project, Haiger, zählt dazu. ,Store Refreshment' heißt dessen Programm, mit dem sich bestehende Geschäftseinrichtungen mit einfachen Mitteln modernisieren lassen. Es beginnt mit Store Check und Beratung (beides kostenlos). Weitest möglich werden dann vorhandene Präsenter und Ladenbauelemente in die neue Planung integriert. Neue Farbgebung, Reparatur und Reinigung sorgen für den Frische-Kick auf der Fläche. Apropos Recycling: Die Firma Bauholz design fertigt Möbel aus gebrauchten Gerüstbohlen. Der Green-Fashion-Store Wertvoll in Berlin ließ sich von den Münsteranern einen prägnanten Präsentationstisch liefern. Mittlerweile bietet Bauholz design sogar einen Komplett-Service rund um das Thema Einrichtung von Geschäften an. Objektberater begleiten alle Schritte von der ersten (auch hier kostenlosen) Beratung über das Konzept bis hin zur Umsetzung. Im Ladenbau bewegt sich etwas Auch im klassischen Ladenbau hinterlässt die zunehmende Nachhaltigkeits-Diskussion (positive) Spuren: Assmann Ladenbau, Leibnitz / Österreich, ließ sich nach Umweltmanagementsystem ISO 14001 zertifizieren, fördert Forschungsprojekte, erstellt Ökobilanzen für seine Produkte und Nachhaltigkeitsberichte. "Das alles hat mit Sozialromantik nichts zu tun. Vielmehr möchten wir mit diesen Maßnahmen langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens sichern", begründete Geschäftsführer Claus Schmidt die Strategie im letzten Jahr im Rahmen der Podiumsdiskussion ,Grüner Ladenbau' auf der EHI Retail Design Konferenz in Köln. "Das Thema wird mit steigender Tendenz von großen Handelsund Markenunternehmen eingefordert", bestätigt auch Karsten Bleymehl, Director Library & Materials Research bei Material Connexion Cologne, einer großen Materialbibliothek. Er ergänzt: "Die Ladenbauer und ihre Kleiderbügel aus Maisstärke von Cortec. Foto: Messe Düsseldorf Zulieferer erhalten immer mehr Anfragen zu den Umweltauswirkungen ihrer eingesetzten Materialien und Produkte. Belastbare Daten zu liefern, fällt den meisten aber noch schwer." Material Connexion Cologne kooperiert in diesem Sinne mit der Nachhalt i g k e i t s - St r a t e g i e b e r a t u n g Brands&Values. Gemeinsam be-

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 77 Sie finden uns auf der InNaTex Wallau: EG 26 Komforttrage DidyTai ® diagonal elastisch für rundum sicheren Halt ausführliche Bindeanleitungen Wir produzieren in der Region Die beiden Geschäftsführerinnen von Wertvoll, Berlin, setzten viele eigene Ideen um rechnen sie die Umweltauswirkungen existierender Produkte und schlagen bessere Alternativen für die größten ,Verbraucher' auf Seiten der Materialien und Fertigungsprozesse vor. Auf der EuroShop stellte Material Connexion Cologne 80 Material-Innovationen zum Thema Nachhaltigkeit vor. Überhaupt war die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die Ende Februar / Anfang März in Düsseldorf stattfand, die ,grünste' aller Zeiten. Das schon im Vorfeld von der Messe propagierte Trendthema zog sich durch alle Ausstellungsbereiche. Wer sich dabei lediglich ein ,grünes Deckmäntelchen' überstreifte, war und ist schwer zu erkennen. Firmen, die es ernst meinen ­ davon ist aus- zugehen ­ richten ihre kompletten Prozessketten entsprechend aus. Schweitzer Project, Naturns/Südtirol, beispielsweise ist Mitglied des Green Building Council. Vizona, Weil am Rhein, ist nach ISO 14001 und durch FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert sowie Mitglied in der DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen). Vorbildlich auch ihr Messestand: Die unbehandelten Naturholzbretter, die dessen Außenhülle bildeten, wurden am Ende der EuroShop an das Sägewerk zurückgegeben, aus dem sie kamen. Weitere Messe-Highlights: Assmann (siehe oben) präsentierte das ,Green Shelf ', ein Regalsystem aus nachhaltigen Materialien. Bambus, Karton, Bananenstrunke, Schilf, heimische Fichte original DIDYMOS®-Babytragetuch Tuchlängen von 270 bis 570 cm empfohlen von Hebammen und Ärzten Fordern Sie unser spezielles Angebot für Neukunden an: DIDYMOS ® Erika Hoffmann GmbH Alleenstr. 8/1 D-71638 Ludwigsburg Tel.: 0 71 41/92 10 25 Fax: 0 71 41/92 10 26 www.didymos.de

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:25 Seite 78 Ludwig 3, Regensburg: Nicht nur das Sofa ist ,grün'. Korda Ladenbau hat ein horizontales WarenträgerSystem aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt. Im Bild der EuroShop-Messestand. oder Bio-Kunststoffe stehen zur Auswahl. Außerdem entwickelten die Österreicher einen CO2-Kalkulator, der die Kohlendioxid-Belastung unterschiedlich produzierter Regale untersucht. Er ist online unter www.assmann.at zu finden. Korda Ladenbau, Bad Salzuflen, stellte ,Korail', ein horizontales Warenträger-System aus nachwachsenden Rohstoffen in den Mittelpunkt seines EuroShop-Auftritts. Oder wie wäre es mit einem vertikalen Garten? Die Rückwand ,Wonderwall' (Vertrieb: Freund, Berlin) besteht aus echten Pflanzen. Auf die Unterkonstruktion aus rostfreiem Metall wird eine Vegetationsmatte mit integrierten ,Taschen' aufgebracht, in welche die Pflanzen (60 verschiedene Arten sind möglich) gesetzt werden. Ein automatisches Bewässerungssystem sorgt dafür, dass der Hingucker mit Wohlfühlgarantie lange erhalten bleibt. Die Wonderwall, so heißt es, verbessert die Luftqualität und wirkt schalldämpfend. Die Warenpräsentation wird ebenfalls ,grüner' Auch einer ökologisch optimierten Warenpräsentation steht allmählich nichts mehr im Wege: Barthelmess, Fürth, nach eigenen Angaben Europas Marktführer für Vi78 sual Merchandising, bietet seit 2009 eine ,Eco Line' an. Sehr aktiv zeigten sich überdies die Figurenhersteller auf der EuroShop. Vertex/Penther, Metzingen und Winsen/Luhe, setzt ein neues Material aus nachwachsenden Rohstoffen ein und unterzieht sich einer Ökobilanzierung. Genesis Display, Rinteln, produziert nur noch Figuren aus Bioharzen. Anbieter Moch be- treibt am Firmenstandort in Köln eine Renovierwerkstatt. Darin werden Mannequins umgearbeitet und sozusagen ,Anti-AgingKuren' unterzogen. Last, but not least, gab es auf der EuroShop Kleiderbügel aus Maisstärke zu sehen (von Cortec, Wald-Michelbach). Um diese Präsentationshilfen geht es auch bei Timmer ETS, Nordhorn: Der Dienstleister nimmt gebrauchte Kleider-

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:26 Seite 79 HANDELSMARKETING Barthelmess bietet eine ,Eco Line' mit Visual-MerchandisingProdukten an. Im Mittelpunkt von Wertvoll, Berlin, steht ein Präsentationstisch von Bauholz design bügel ­ früher reine Einweg-Produkte ­ aus dem Handel zurück, prüft sie auf ihre Qualität und bringt sie zum Wiedereinsatz bei der Bekleidungsindustrie. Beschädigte Bügel werden zu Sekundärrohstoffen weiterverarbeitet und zum Beispiel zur Herstellung von Neubügeln eingesetzt. So ist der Kreislauf rund. Zum guten Ende ein Buch-Tipp: ,Green Retail Design', erschienen im Verlag Media Group International, stellt zahlreiche ökologisch optimierte Einzelhandels-Projekte in Wort, allerdings in Englisch, und Bild vor. Stefanie Hütz 79

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:26 Seite 80 HANDELSMARKETING Zukunftsfreudig lieblingstyle* in Ingolstadt In den Anfängen standen bei vielen Naturtextil-Händlern die Schlagworte Bio und Öko im Vordergrund, und so setzten sie sich häufig auch im Sortiment deutlich von den "In-Läden" und den großen Bekleidungshäusern ab. Heute sieht die Geschäftswelt anders aus. Naturtextilien sind schon lange modisch und schick, nachhaltig produziert und fair gehandelt ­ Bio ist ein Mehrwert, der nicht mehr besonders betont werden muss, sondern sich immer selbstverständlicher in den Alltag eingliedert. lieblingstyle* in Ingolstadt ist schon auf den ersten Blick ein charmantes modernes Geschäft. Es gibt Mode im besten Wortsinn, modern, trendy, am Puls der Zeit. In den Schaufenstern sieht man Young Fashion neben eleganten Modellen, hier wird ein breites Klientel angesprochen. Nur wenn man genau hinschaut, findet man hinter dem geschwungenen Schriftzug ein Sternchen, darunter einen dezenten Hinweis auf das Sortiment: *fair fashion. Fair Fashion ist nicht nur ein Name, sondern steht für das Konzept von Diana Wirth. "Fast alle Textilien sind zertifiziert", erzählt die junge Inhaberin. Und mit welchen Labeln? "IVN-Best, GOTS und 80

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:26 Seite 82 HANDELSMARKETING Made-by. Eine Ausnahme mache ich bei Stücken, die aus Recycling-Stoffen hergestellt werden. Bei der Auswahl der Kleidung bin ich ziemlich streng, ich nehme nicht alles in mein Sortiment auf. Wenn etwas nicht zertifiziert ist, dann muss es wenigstens kbA oder kbT sein, die Firma sollte aus der Region kommen und muss in Deutschland produzieren. Ich möchte das so regional wie möglich." Eigentlich ganz einfach. Ebenso einfach, wenn auch völlig anders, ist das Verkaufs-Konzept, dass Diana Wirth verfolgt. "Ich habe fast nur Einzelstücke im Laden, manches in unterschiedlichen Größen, lediglich von Basics habe ich eine größere Mengen da." Das ist eher ungewöhnlich, bringt aber Vorteile. "Ich finde das sehr spannend, weil sich so mein Angebot ständig verändert. Viele Hersteller bieten mittlerweile Lagerware an. Sollte ich etwas unbedingt noch einmal brauchen, kann ich es schnell und einfach bestellen." Damit entfällt die Notwendigkeit eines größeren Lagers, und die Lieferanten haben die Möglichkeit, eine neues Modell sofort anzubieten, noch bevor es auf der Messe ist. Und wenn einer Kundin etwas gar nicht passt oder der Stoff nicht gefällt? "Das ist kein Problem", so Wirth, "Da ich mit einigen Designern gut zusammenarbeite, sind neben Änderungen auch Maßanfertigungen und Unikate, eben Lieblingsteile, einfach zu realisieren."

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:26 Seite 83 Pflanzen und ausgesuchte Accessoires geben dem Laden einen sympathischen, fast wohnlichen Charakter Hats & More Made in Germany! Naturally organic! 10.5.2.0078-3 PROTECT UV STANDARD 801 Hohenstein Sommer 2012 Seit 2004 zertifizierter UV-Schutz Sicher ~ Verlässlich ~ Konsequent UV-Standard 801- unverwechselbar! der t-Or ofor S Funny Girl 10.5.2.0052 PROTECT UV STANDARD 801 Hohenstein 10.5.2.0078-3 PROTECT UV STANDARD 801 Hohenstein 10.5.2.0078-1 PROTECT UV STANDARD 801 Hohenstein INNATEX Stand EG026 Stand EG 87 Berlin · husemann16@yahoo.de · Tel. 030 442 4473 www.pickapooh.de +49 (0)40 2201671

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:26 Seite 84 Kundenberatung steht bei Diana Wirth an erster Stelle, denn nur zufriedene Kundinnen kommen auch wieder und empfehlen das Geschäft weiter. "Ich rate immer, alles anzuprobieren bevor jemand etwas kauft, selbst wenn es nur ein TShirt ist" erklärt sie. "Mir ist es lieber, wenn ich etwas nicht verkaufe weil es nicht passt, als dass das Stück hinterher ungenutzt im Kleiderschrank liegt und die Kundin sich daran erinnert, dass sie schlecht oder gar nicht beraten worden ist." Gerade bei der jungen Generation sorgt das häufig für Erstaunen, weil sie das aus anderen Geschäften so nicht gewohnt sind. Das ist "fairer Handel" im anderen Wortsinn, und es verfolgt konsequent den Gedanken der Nachhaltigkeit. Bei der Beratung nutzt Diana Wirth die Chance, auf die weiteren Besonderheiten des Kleidungsstücks einzugehen, denn nur selten steht dran, dass ein Jeans "bio" ist oder die Bluse eben 84 nicht von Kindern in Asien genäht wurde. Die Ladeneinrichtung ist hell und freundlich, insgesamt dem Charakter des modernen Gebäudes angepasst und stimmig. Die klare Formensprache der Kleiderständer wird durch verspieltes Mobiliar ironisch gebrochen und erhält dadurch einen eigenen sympathischen Charme. Viele Pflanzen verliehen den Räumen ein wohnliches Ambiente. Das vielseitige Sortiment bei lieblingstyle* spiegelt sich in der Kundenstruktur wider. Vom Teenie bis zur Dame mitte Siebzig ist für alle etwas dabei. Mit sechzehn bis zwanzig Herstellern ist das komplette Angebot abgedeckt, von der Hose bis zum Accessoire. Das gesamte Ambiente ist angenehm und stimmig. Es geht ruhig zu, manche kommen auch nur, um sich ein wenig umzuschauen und zu entschleunigen, wie die Inhaberin versichert. Mütter finden eine Stillecke,

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66-85:nn2.11 16.07.11 13:26 Seite 85 HANDELSMARKETING Kinder spielen auf der Treppe, während ihre Eltern sich in Ruhe umschauen. Und: Immer häufiger kommen Männer ins Geschäft um zu fragen, ob es auch Bio-Kleidung für Herren gibt ­ noch nicht, aber ab August. Dann wird Diana Wirt ihr Sortiment, bisher fast ausschließlich Damenbekleidung, um Herrenkonfektion erweitern. Womit wir bei den Zukunftsplänen angekommen sind. "Ich würde mich gerne vergrößern," erklärt die Lieblingstylistin, "mit den 90 Quadratmetern hier im Geschäft komme ich schon an die Grenze. Es gibt tolle Baby- und Kinderkleidung, die sehr gut läuft, und eine größere Herrenkollektion als geplant wäre schön." Zuerst wird es aber die Möglichkeit geben, T-Shirts direkt im Laden zu bedrucken, auf Wunsch auch mit eigenen Entwürfen der Kunden. Und wer weiß, Geschäftsräume nebenan stehen gerade leer ... Werbemaßnahmen sind immer hilfreich, vor allem dann, wenn ein Geschäft neu eröffnet wird. lieblingstyle* gibt es erst seit September 2009, die Räume liegen zudem etwas abseits in einer Nebenstraße der Fußgängerzone. Echte Laufkundschaft kommt folglich eher selten. An verschiedenen Stellen weisen große Aufsteller den Weg zum Laden. Aber reicht das? "Für die Fußgängerzone schon," so Diana Wirth, "Klar, insgesamt ist das natürlich zu wenig. Sehr hilfreich war ein ausführlicher Artikel über mein Geschäft in der regionalen Tageszeitung, das hat echt was gebracht. Und dann verteile ich viele Flyer." Diese Flyer entstehen in Kooperation mit einer regionalen Druckerei, die Langzeitarbeitslose beschäftigt. Ein ähnliches Projekt, nur im textilen Bereich, schwebt Diana Wirth für die nähere Zukunft vor. Mit einer Textilwerkstatt, ebenfalls einem Integrationsunternehmen, möchte sie Arbeits- losen eine neue Perspektive geben und in dieser Werkstatt zunächst T-Shirts bedrucken, vielleicht später unter eigenem Label auch eigene Kreationen herstellen lassen. Fair Fashion ist bei lieblingstyle* mehr als nur eine Marketing-Idee. Diana Wirth lebt dieses Konzept und möchte es in Zukunft weiter ausbauen. Das steigende Interesse der Kunden zeigt, dass sie damit auf dem richtigen Weg ist und der Markt noch über einiges Potenzial verfügt ­ nicht nur in Ingolstadt!

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:37 Seite 86 Vom Feig t enblat zur Haut Cout e ure Das Biedermeier ­ Der diskrete Charme der Bourgeoisie Biedermeier, Restauration, Vormärz ­ drei Begriffe für die Epoche von 1815 bis 1848. Der Begriff Biedermeier etablierte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts und geht auf ein Spottgedicht zurück. Politisch war es die Zeit der Restauration ­ die napoleonischen Kriege waren vorbei, und der Adel versuchte mit allen Mitteln, die Situation der Zeit vor der französischen Revolution wieder herzustellen. Politisches Engagement war verdächtig, die allgegenwärtige Zensur verhinderte alle neuen Tendenzen. Die Karlsbader Beschlüsse von 1819 verschärften die Situation noch. Jedes liberale Gedankengut wurde verfolgt und bestraft, Schriftsteller und Philosophen mussten schweigen oder, wie Heinrich Heine und Georg Büchner, das Land verlassen. Deutschland und die angrenzenden Länder erstarrten. Aber unter der Oberfläche kochte es, die Armut der Bevölkerung wuchs und der aufgestaute Zorn entlud sich schließlich in der Märzrevolution von 1848.

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:37 Seite 87 Die Geschichte der Bekleidung Äußerlich konnte sich aufgrund der Repressalien fast nichts verändern, und so zog man sich nach innen, ins Privatleben, zurück. Die Architektur der Zeit unterschied sich kaum vom Klassizismus, aber als Zeichen der inneren Veränderung wandelte sich der Stil des Mobiliars. Man wollte es bequem, behaglich und "gemütlich", man widmete sich der Familie und dem "trauten Heim". Neuerdings pflegte man die Hausmusik und jede höhere Tochter hatte selbstverständlich das Klavierspiel zu erlernen. Die Kunst wurde romantisch, man sehnte sich nach Schönheit und schwärmte vom Idyll. Der Stil der Kleidung veränderte sich nur langsam, denn selbst die Modejournale unterlagen der Zensur, der alles Neue suspekt war. War der Bekleidungsstil der vorangegangenen Jahrhunderte vom Adel geprägt, wurde im 19. Jahrhundert der Einfluss des Großbürgertums, des Geldadels, immer deutlicher. Zu Anfang des Jahrhunderts galt an Hofe nach wie vor eine strenge Kleiderordnung, doch auch hier fand nach und nach die bequemere Mode des Bürgertums Eingang. Die englische Mode hatte schon im Empire deutliche Spuren hinterlassen, der Dandy war das Maß der gepflegten Erscheinung. So entwickelte sich die Herrenmode lediglich in Details weiter, wurde allerdings zunehmend schlichter, da niemand mehr die Zeit hatte, sich stundenlang mit der eigenen Garderobe zu beschäftigen. Die Damenmode hingegen brach mit den äußerst einfachen Formen des Empire und wurde farbiger und verspielter. Zwei grundlegende Dinge aber waren neu und gelten, zumindest teilweise, noch heute. Zum Einen unterschied man seit Beginn des 19. Jahrhunderts zwischen Tages- und Abendgarderobe. Zum Anderen fiel den Frauen der Gesellschaft eine neue Aufgabe zu. Da die Herren des Bürgertums arbeiteten, hatten sie nur wenig Zeit, um gesellschaftlich zu repräsentieren. Diese Rolle erfüllten nun die Damen, was sich in der Kleidung widerspiegelte. Die Herrenmode, eher schlicht und elegant, musste so bequem sein, dass man im Kontor den Geschäften nachgehen konnte (richtig bequem war sie allerdings nicht ...). Die Damenmode aber war der Spiegel des Portemonnaies des Gatten. Bei gesellschaftlichen Ereignissen wurden wertvolle Stoffe und viel Schmuck zur Schau getragen, und wenn es keine Anlässe gab, so erfand man welche. Überall entstanden Salons, in denen der Kunst gehuldigt wurde ­ eine willkommene Einnahmequelle für Komponisten, Dichter und Maler, die jetzt freischaffende "Künstler" und keine höfischen Bedienstete mehr waren. Damenmode Die Damenmode zu Beginn des 19. Jahrhunderts war durch eine schlanke Silhouette geprägt. Der recht eng geschnittene und steife Rock war nur noch knöchellang, die Taille sehr hoch unter der Brust angesetzt. Mit Rüschen, Bändern und Raffungen wurde der untere Teil geschmückt. Das Oberteil war hoch geschlossen oder nur mit einem kleinen Ausschnitt versehen und wurde an den Schultern leicht gebauscht. Bereits in den 20er Jahren wurden die Stoffe bunter, 87 Fotos: Gandiva, www.historical-costumes.eu

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:37 Seite 88 Die Geschichte der Bekleidung Grafiken: Fachwissen Textileinzelhandel Blümchenmuster waren beliebt, Streifen und Karos schmückten die Stoffe. Das Mieder wurde abermals vom Korsett abgelöst und die Taille rutschte so wieder an ihre natürliche Position. Die immer engere Schnürung führte allerdings zu gesundheitlichen Unannehmlichkeiten ­ die Ohnmacht der Damen war nur selten auf ihre romantische Veranlagung oder Ergriffenheit zurück zu führen, sondern vielmehr auf Sauerstoffmangel, da das Kor-sett nur eine sehr flache Atmung erlaubte. Mit der Taille rutschte auch das Dekolleté hinunter. Es wurde immer breiter, bis es selbst die Schultern unbedeckt ließ. Biedermeiermode um 1830 Deutsche Mode um 1820 Verhüllung boten leichte Kragen aus Spitze oder Seidentücher. Die zunächst noch schlank geschnittenen Röcke erhielten im Laufe der Zeit durch zahlreiche Unterröcke mehr Volumen, sieben oder acht Stück waren nicht selten. Ab den 1840er Jahren wurden gelegentlich auch mehrere Röcke unterschiedlicher Länge übereinander getragen. Verziert wurden sie mit Volants, Bändern, Schleifen und Stoffblumen. Die Mode der vielen Röcke erwies sich dann doch als umständlich. Mit dem Reifrock, der Krinoline, konnte wesentlich einfacher mehr Volumen gewonnen werden. Noch umfangreicher als die Röcke wurden die Bäusche an den Ärmeln. Ihre Bedeutung wuchs über den Ärmel hinaus, die Bezeichnungen Schinken-, Ham- melkeulen- und Elefantenärmel verdeutlichen die Ausmaße. Um die Fülle zu erreichen, wurden sie mit Rosshaar ausgestopft oder mit Fischbeingestellen ausgestattet. Diese modische Extravaganz hatte allerdings Nachteile, denn die Ärmel behinderten die Damen nicht nur beim Klavierspiel. Bereits wenige Jahre später waren sie wieder auf ein erträgliches Maß geschrumpft. Schulterkragen, Schals und Umhänge ­ der Mantel wie wir ihn heute kennen war noch immer nicht "erfunden" und wäre wegen der ausladenden Garderobe auch gar nicht tragbar gewesen. So behalf man sich mit der Pelerine, einem kragenförmigen Überwurf oder einem weiten Umhang, dem Wickler oder Rotonde.

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:37 Seite 89 Ohne Wor te! Herrenmode Gegenüber der Empiremode finden sich nur wenige Neuerungen. Der Gehrock war knielang, die Schöße reichten auch vorne über die Knie. Er war der bevorzugte Tagesanzug, bei Abendgesellschaften trug man einen Frack. Durch eine starke Taillierung bekamen beide Oberkleider ein glockenähnliches Aussehen, Brust- und Schulterbereich wurden mehr oder weniger stark wattiert. Um die schlanke Taille noch stärker zu betonen, trugen zeitweilig auch die Männer ein Schnürmieder oder Korsett. Das Hemd war für gewöhnlich weiß und besaß einen hohen steifen Kragen mit abgewinkelten Ecken, den Vatermörder. Über dem Hemd trug man(n) eine Weste. Sie war das einzige wirklich farbige Kleidungsstück. Gehrock und Frack wurden meist aus dunklen Stoffen hergestellt, kontrastiert von hellen Hosen. Die Weste aber war bunt gemustert oder farbig bestickt und aus teuren Stoffen gearbeitet. Auch bei den Hosen gab es nichts neues. Die Pantalons, aus hellen Trikotstoffen gefertigt, waren so lang, dass sie einen Teil des Fußes bedeckten und wurden unter dem Fuß mit einem Steg straff gehalten. Frisuren und Accessoires Bei den Damen ... Der Schirm avancierte zum wichtigsten Accessoire der Damen außerhalb des Hauses. Der Schirmstoff wurde passend zur Garderobe gewählt, sodass die Damen eine beträchtliche Anzahl besitzen mussten. Die zumeist kleinen Schirme waren mit Fransen und Spitzen geschmückt, die verzierten Griffe wurden aus edlen Materialien gefertigt. Diese Schirme waren in erster Linie ein kostbares Requisit und dienten bestenfalls als Sonnenschutz. Es war undenkbar, sich ohne Handschuhe aus Stoff oder feinem Leder in die Öffentlichkeit zu begeben. Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt das als Verstoß gegen die guten Sitten. Die Länge des Handschuhs richtete sich nach der Ärmellänge des Kleides, endete gegen Mitte des Jahrhunderts zumeist am Handgelenk und wurde mit einen Armband verschlossen. Überzeugen Sie sich von der hohen Qualität unserer Produkte, die vom guten Fachhandel geführt werden. Cosilana Naturwäsche GmbH Passend zu den Kleidern trugen die Damen weiche Stoff- Tegernbacher Straße 5 · D-72351 Geislingen / bei Balingen Tel.: +49 (0) 7433 - 9046846 Fax: +49 (0) 7433 - 9675481 Mail: info@cosilana.de Web: www.cosilana.de Natürliche Biotextilien

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:37 Seite 90 Die Geschichte der Bekleidung schuhe ohne Absatz. Gegen die Jahrhundertmitte setzte sich die Schnürstiefelette mit flachem Absatz immer mehr durch. Taschentuch, Fächer und, im Winter, der Muff waren tägliche Begleiter. Das Ridicül (ein Beuteltäschchen) hingegen, dass bereits im 18. Jahrhundert Einzug in die Mode gehalten hatte, wurde in der Mitte der 1840er Jahre schnell verdrängt. Durch die Erfindung des Metallrahmens konnten formstabile Taschen in jeder Größe hergestellt werden: Die Damenhandtasche begann ihren Siegeszug. Die Frisuren waren aufwändig. Die Haare wurden stets mittig gescheitelt, Zöpfe kunstvoll um den Kopf drapiert, große Lockenbüschel oder Korkenzieherlocken zierten seitlich das Gesicht. Die Hüte waren diesem Kopfschmuck angepasst. Die haubenähnliche Schute bedeckte den hinteren Teil des Kopfes und ließ so Raum für die Lockenpracht. Zu Beginn des Biedermeier waren die Kleider noch relativ einfach, und so trugen die Damen viel Schmuck. Edelsteine waren beliebt und wurden zu Hals- und Armbändern, Ringen, Halsketten und Ohrgehängen verarbeitet. Doch die Generation der Töchter verzichtete auf übermäßigen Schmuck. Ab den 1840er Jahren trugen sie selbst zur Abendgarderobe keinen oder nur wenig Schmuck. Lediglich das Medaillon erfreute sich weiterhin großer Beleibtheit. und ich sage dir, wer du bist. Niemand verließ das Haus ohne Kopfbedeckung. An der Höhe des Hutes konnte man den Stand eines Menschen erkennen, denn je höher ein Hut ist, desto weniger kann man mit ihm körperlicher Arbeit nachgehen. So waren Mützen typisch für die Arbeiter, bei der Landbevölkerung findet sich in der (Sonntags)Tracht ein meist flacher Hut. Die Herren des Großbürgertums in den Städten bedeckten mit dem Zylinderhut das kurzgeschnittene, gewellte oder gelockte Haar. Der Degen, im 18. Jahrhundert noch ein unverzichtbares Accessoire, wurde vom Spazierstock oder Regenschirm abgelöst. Auch die kniehohen Stiefel verschwanden nach und nach aus dem Alltagsbild. Beliebt waren knöchelhohe Stiefeletten aus Stoff und Leder, die geknüpft oder geschnürt wurden und einen flachen Absatz hatten. Krawatten, Halsbinden, weiche Tücher zu Schleifen gebunden ­ man(n) ging nicht ohne. Der gepflegte Halsschmuck war Zeichen der Eleganz, der Klasse, später aber auch der Opposition. Zu festlichen Anlässen trug man eine weiße Krawatte, der Alltagsbinder war schwarz, ab den 30er Jahren auch mal gemustert oder gestreift. Der opulente Faltenwurf der Schleifen wurde gegen Mitte des Jahrhunderts von schmaleren Bändern und Schleifen abgelöst, die es erlaubten, den hohen steifen Kragen des Hemdes umzuschlagen. In der nächsten Ausgabe geht es um die Mode der Gründerzeit. Oliver Loos ... und bei den Herren Sag mir, welchen Hut du trägst, Echte Schweizer Qualität Selana: Kleidung ist die Schnittstelle zwischenKörper und Umwelt, deshalb soll sie Wärme, Wohlbehagen und Schutz bieten gleichzeitig einen fließenden Übergangzur Umwelt gewähren und unsere Persönlichkeit unterstreichen. Dass Selana mit dieser Firmenphilosophie die Zielgruppe genau trifft, beweist der Erfolg des Schweizer Unternehmens. Selana konzentriert sich auf Textilien aus Naturfasern für Babys und Kinder, vorwiegend Strickwaren. Dabei werden Merinowolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, Baumwolle, Baumwolle aus biologischem Anbau sowie Seide eingesetzt ­ wie auch der klangvolle Firmenname schon ausdrückt: "Se" steht für Seide, "la" für Lana oder 90 Umweltschonend und gesund Wolle, und "na" für Natur. Der schonende Umgang mit der Natur ist dabei Grundlage aller Produkte und Arbeiten. Alle verwendeten Garne sind schadstofffrei und stammen größtenteils aus kontrolliertem Anbau. Sowohl in der Produktion wie auch in der Produktgestaltung setzt Selana auf hohe, zeitlose Qualität ­ alles durchweg in der Schweiz hergestellt. Die Kunden aus Europa, aber auch aus Japan und den USA wissen den Qualitätsgedanken zu schätzen. SELANA GMBH Lindenstraße 56, CH-9443 Widnau Tel.: +41 71/7228472 contact@selana.com www.selana.com

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:37 Seite 91 HANDELSMARKETING Fachwissen Textileinzelhandel Auflage Neue aktualisierte Das Buch "Fachwissen Textileinzelhandel" enthält das komplette Basiswissen für den Textileinzelhandel in einem Band: Textilwarenkunde, Verkaufstechnik und kaufmännische Betriebslehre. Es richtet sich einerseits an Beschäftigte und Auszubildende im Textilbereich, wie Kaufleute und Verkäufer, die es auch zur Prüfungsvorbereitung nutzen können. Andereseits ist es zum Selbststudium geeignet, und somit ideal für Seiteneinsteiger, die sich schnell und umfassend einen Überblick über die Anforderungen des Geschäftslebens im Textileinzelhandel verschaffen wollen. Durch das umfangreiche Stichwortverzeichnis ist das Buch auch ein hervorragendes Nachschlagewerk. Das Fachbuch ist zweiteilig gegliedert. Der kaufmännsiche Teil enthält u.a. grundlegende Informationen zu Einkauf und Disposition, Marktorientierung und Kundenberatung, Handelsrecht und Warenwirtschaft. Im warenkundlichen Teil erhält der Leser Informationen zu Herstellung und Verarbeitung von Fasern und Garnen, zu deren Weiterverarbeitung sowie interessantes Wissen zu textilen Produkten und Sortimentsbereichen. Gut durchdacht ist das prägnante und kompakte Layout: Jede Seite ist für sich abgeschlossen, die Visualisierung der einzelnen Themen erfolgt durch viele farbige Abbildungen. Die neue 5. Auflage des Fachbuches wurde komplett überarbeitet und auch in Bezug auf technische Neuentwicklungen aktualisiert. Fachwissen Textileinzelhandel 5. Auflage 2011 384 Seiten, ca. 1500 meist farbige Abbildungen, DIN A4, gebunden ISBN 978-3-80857645-8 Preis: 40,00 inkl. MwSt. Vollstufige BIO-Textil-Produktionsund Vermarktungsfirma zu verkaufen! Aus Altersgründen und im Rahmen meiner Nachfolge-Regelung suche ich einen aktiven Käufer/Investor/ Geschäftsführer/Vertriebler-in! Firmen-Profil: · Gesunde und ständig wachsende Umsatzzahlen · Gute Rendite · Gutes Mitarbeiter/innen-Team · 20 Jahre KnowHow und renommiertes Image am Markt · Zukunftsweisende Geschäftsfelder Jetziger Inhaber würde als Berater und für spezielle innovative Projekte tätig bleiben. Seriöse Zuschriften mit Nachweis von fachlichem Profil und Kapital an: j.erlenburg@lichtschatz.com ­ Webseite: www.lichtschatz.com 91

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 92 Märkte, Eigenschaften, Alternativen Die Zukunft für Naturfasern Am 31. Mai 2011 fand in Bregenz ein weiteres "Green Forum" statt. Die sechs Vorträge standen unter dem Motto "Die Zukunft für Naturfasern". Ein Thema, das dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) derzeit besonders am Herzen liegt, da sich die Situation auf dem Rohstoffmarkt in den letzten zwei Jahren deutlich verändert hat

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 93 GREEN FORUM 2011 Betriebsführung bei der Spinnerei Schoeller Der Vorsitzende des IVN, Elmar Sautter, begrüßte die knapp 60 Teilnehmer des Kon- gresses, die sich bereits auf den ersten Programmpunkt freuten: eine Betriebsführung durch die Kammgarn-Spinnerei der Schoeller GmbH. Geschäftsführer Kurt Haselwander gab vorab einen kurzen Überblick über das Unternehmen. Mit 450 Angestellten produziert die Firma jährlich etwa 4500 Tonnen Garn. Spezialgarne für die Industrie und technische Bereiche sind nur ein Teil des Portfolios, auch Natur93

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 94 Betriebsführung bei der Spinnerei Schoeller "Happy Birthday, Elmar!" textil-Hersteller finden bei Schoeller den passenden Faden. Die Zertifikate IVN-Best und GOTS kann Schoeller ebenso vorweisen wie das Unternehmenslabel "Blue Sign", einem Nachweis für nachhaltige Bemühungen im Herstellungsbetrieb. Nach einer kurzen Busfahrt erhielten die Teilnehmer dann einen Einblick in die Produktionskette der Spinnerei. Von der Rohwolle bis zum fertigen Garn ist es ein erstaunlich weiter Weg mit vielen Einzelschritten, von Herrn Haselwander kompetent und interessant präsentiert. Ein weiterer Aufgabenbereich von Schoeller ist die Färberei. Bei der Kammzug-Färbung wird die Rohwolle bereits vor dem Verspinnen gefärbt, alternativ kommt die schnellere Garnfärbung zum Einsatz. Welches Verfahren genutzt wird hängt dann vom jeweiligen Anwendungsbereich des Auftraggebers ab. In mehreren Laboren wird an der Qualitätssicherung gearbeitet. Garnproben werden vorgefärbt, die Fasern auf Haltbarkeit geprüft und für Textilgarne gibt es eine eigene Test-Strickerei. Nach etwa einer Stunde machten sich die Gäste wieder auf den Rückweg zum Tagungshotel. Baumwolle, die Luxusfaser der Zukunft Erster Redner des Tages war der IVN-Vorsitzende Elmar Sautter. Er beschrieb in 94 seinem Vortrag die aktuelle Situation der Baumwolle als Faserlieferanten. Baumwolle und Wolle sind die am meisten verwendeten Fasern der Naturtextilhersteller, und diese stehen vor einigen neuen Problemen. Seit etwa eineinhalb Jahren sind die Preise der Rohfasern auf bis das Vierfache gestiegen, zudem führt die wachsende Nachfrage zu Beschaffungsproblemen. Dies erschwert die langfristige Planung, was insbesondere den kleinen Herstellern Sorge bereitet. Nachdem die Anbaufläche für Baumwolle in den letzten Jahren kontinuierlich kleiner geworden ist, scheint es jetzt wieder ein leichte Zunahme zu geben. Zu einer Entspannung der Marktsituation führt das aber nicht. Allerdings haben sich die Ertragsmengen deutlich erhöht. Pro Hektar wurden 1980 etwa 400 kg Baumwolle geerntet, nur 30 Jahre später hat sich die Menge auf 750 kg pro Hektar nahezu verdoppelt. Die Produktion stößt hier aber an ihre natürlichen Grenzen, größere Erntemengen sind wohl nicht zu erwarten. Somit wird Baumwolle kaum den weltweiten Bedarf an Fasern decken können ­ die Preise werden weiter nach oben gehen. Ein weiteres, vielleicht noch zu wenig beachtetes, Problem ist die Spekulation mit Rohstoffen. An den Warenterminbörsen wird eben nicht nur gehandelt sondern auch, salopp formuliert, gezockt. Die Folge sind stark schwankende und mittelfristig steigende Preise. Textilfasern (und Grundnahrungsmittel) könnten in naher Zukunft für arme Länder unbezahlbar werden, und selbst die reichen westlichen Länder werden dem Preisdruck nicht unbegrenzt standhalten. Als letzte Schwierigkeit nannte Sautter den Klimawandel, der die Ernteerträge beeinflusst. Die Erhöhung der Durchschnittstemperatur um ein Grad führt bereits zu einer Reduktion der Erträge von 10 Prozent. Fazit des Vortrags: Die Probleme bei der Baumwollproduktion werden größer, es kommen neue hinzu und die Sachverhalte werden immer komplexer. Es ist dringend erforderlich, nach Lösungen zu suchen. Wolle ­ Eigenschaften, Markt, Entwicklung Über Rahmenbedingungen sprach auch der nächste Referent. Kurt Haselwander von der Schoeller GmbH erläuterte die derzeitige und zukünftige Situation

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 95 GREEN FORUM 2011 bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von Schafwolle. Haselwander zeigte auf, dass Globalisierung, Profitsucht und verantwortungsloses Verbraucherverhalten ("Geiz-ist-geil") die Marktsituation völlig verzerrt haben. Die europäische Textilwirtschaft ist nur noch rudimentär vorhanden, richtige und wichtige Umweltauflagen gelten nicht für außereuropäische Produzenten und deren Importwaren. Die Schoeller GmbH möchte dem entgegenwirken und setzt konsequent auf Qualität, nachhaltige Fertigung und Zertifizierung ihrer Produkte ­ zum Nachahmen ausdrücklich empfohlen! Nach einem kurzen Abriss über die Eigenschaften der Wolle erläuterte Haselwander die Marktsituation. Mit 1,2 Millionen Tonnen deckt die Wolle gerade einmal 1,7 Prozent der Welt-Faserproduktion. Davon stammen rund 31 Prozent aus Fernost, immerhin 25 Prozent aus Europa. Ähnlich der Baumwolle, werden die Produktionsmengen auch bei Wolle nicht weiter wachsen. Die vermehrte Nachfrage hat zwar die Preise steigen lassen, laut Haselwander befinden sie sich aber erst jetzt auf einem normalen und fairen Niveau. Über Jahre wurden für Wolle keine angemessenen Preise gezahlt, die Produktion war für viele Schäfer unrentabel und so veränderten sie ihre Herdenstruktur für die Fleischproduktion. Dieser Prozess ist aber nur langsam, innerhalb mehrerer Jahre, umkehrbar. Schwierigkeiten bereiten beispielsweise nomadenähnliche Weidegewohnheiten, weit verteilte Anbaugebiete in unzugänglichen Regionen oder die Nebenerwerbs-Landwirtschaft. Eine Überprüfung und Zertifizierung aller einzelnen Klein- und Kleinstbetriebe ist so praktisch nicht durchführbar. Zudem müssen den Bauern Umstellungsimpulse gegeben werden, vollständig auf ökologische Landwirtschaft umzusteigen, denn es ist nicht möglich, nur Teilbereiche eines Betriebes umzustellen und zu zertifizieren. Das erfordert Überzeugungskraft und eine ausreichende Nachfrage des Marktes. Zudem benötigt man entsprechendes Know-How, Geld für Investitionen und Strukturen für die Organisation ­ für einen Bauern alleine ist das nicht zu schaffen. Als Lösungsmög-lichkeit stellte Frau Naschke die Gruppenzertifizierung vor. Dafür benötigt man ein internes KontrollSystem (Internal Control System, ICS), aufgeteilt in drei Bereiche. Die erste Gruppe kümmert sich um den Verkauf der Produkte, stellt Kontakte zu Großhändlern her und kümmert sich um alle weiteren Belange der Vermarktung. So wird Kleinbauern ein Marktzugang ermöglicht. Wichtig ist dabei, das für die zuliefernden Betriebe eine Abnahme-Sicherheit ihrer Produkte gewährleistet wird, insbesondere während der Umstellung auf Bio-Landbau. Die zweite Gruppe ist Gruppen von einem ICS-Manager, der für den korrekten Ablauf verantwortlich ist. Diese ICS-geführte Gruppe kann nun von den großen Zertifizierern bewertet und mit Labeln ausgezeichnet werden, einzelne Betriebe werden nur noch stichprobenartig geprüft. Insgesamt ein schlüssiges Konzept, um weitere Naturfasern in Bioqualität zu produzieren und mit Zertifikaten die Marktchancen zu erhöhen. Weitere Pflanzenfasern: Hanf, Leinen, Nessel Jens Soth von Helvetas, einer schweizer Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, referierte über alternative Pflanzenfasern. Am Anfang der Vortrags wies Soth auf allgemeine Probleme der Pflanzenfaser-Produktion hin. Immer häufiger stellt sich für Anbaubetriebe die Frage, ob sie auf ihren Feldern Lebensmittel oder Faserpflanzen anbauen sollen. Ein weiteres Problem ist die Bodendegradation, die Verschlechterung und der Verlust von landwirtschaftlich nutzbarerem Boden, z.B. durch Ero- Hemmnisse im Umgang mit weiteren Naturfasern Mechthild Naschke vom Institut für Marktökologie (IMO) beantwortete in ihrem Vortrag die Frage, warum nicht alle Naturfasern in Bio-Qualität zur Verfügung stehen. Stellvertretend für alle Fasern brachte sie Beispiele aus den Bereichen Lama/Alpaca und Maulbeer-Seide. Traditionelle Bewirtschaftungs-Methoden und kleinteilige ländliche Strukturen stehen einer Zertifizierung häufig im Weg. für die Beratung und Kontrollen der Landwirte oder Herdenbesitzer zuständig, hilft mit Fachwissen und zertifiziert intern die einzelnen Betriebe. Geleitet werden beide sion oder chemische Zerstörung. Jährlich verschwinden weltweit schätzungsweise 8 Millionen Hektar Anbaufläche, das entspricht der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands. Auch sonst wächst der Druck auf die Landwirtschaft: Rohstoffspekulationen und der umstrittene Biosprit sind zwei Aspekte, durch das ungebremste Bevölkerungs-wachstum sinkt die zur Verfügung stehende Anbaufläche pro Kopf. Höhere Erträge aber sind kaum noch zu erzielen. Alternative Fasern könnten vielleicht einen Teil der Probleme lösen. Hanf, Nessel, Flachs und Ramie sind ergiebige Faserlieferanten, Bambus könnte zur 95

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 96 Viskose-Herstellung genutzt werden. Schwierigkeiten bereitet dabei die Tatsache, das nicht nur die Anbaumengen dieser Pflanzen schrumpfen, sondern wertvolles Know-How für Anbau und Weiterverarbeitung verloren gegangen ist. Zudem sind nur geringe oder keine Mengen an (zertifizierten) Bio-Qualitäten verfügbar. Das Potenzial weiterer Pflan-zenfasern wird derzeit kaum genutzt, aber wie man den Anbau dieser Fasern sinnvoll steigern kann bleibt weiterhin unbeantwortet. Forschungs- oder Förderprojekte sind aktuell nicht in Aussicht. Das Fazit von Jens Soth: Die Diskussion über die Nachhaltigkeit von Rohstoffen wird "heißer" und mehr in die Öffentlichkeit getragen. Die Landnutzung und Konkurrenz zu Nahrungsmitteln werden wichtigere Kriterien hinsichtlich der Nachhaltigkeit eines Faserrohstoffes. Als Konsequenz müsste eine Beschaffungskonzeption für Fasern entwickelt und Projekte für den Anbau alternativer Fasern gestartet und gefördert werden. Optimiertes Polyester-Recycling Dr. Sabine Timmel von der Advansa Marketing GmbH stellte eine gänzlich andere alternative Faser vor: recyceltes Polyester. Am Firmensitz in der Türkei wird aus alten PET-Flaschen, geliefert von den großen Handelskonzernen, neues Polyester gewonnen und zu Fasern versponnen. Je nach Anwendungsbereich der Fasern gibt es verschiedene Methoden für das Recycling. Für einfache Qualitäten werden die Flaschen nur sortiert, aufgeschmolzen und direkt zu Fasern verarbeitet. Für höchste Qualitäten

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 97 GREEN FORUM 2011 Viskose & Co. Der Name Viskose wird häufig als Oberbegriff für Regeneratfasern verwendet. Dies ist so nicht ganz richtig. Zwar werden alle aus Zellulose hergestellt, teilweise auch nach dem namensgebenden ViskoseVerfahren, doch sie unterscheiden sich in Faserlänge, Festigkeit, Wasseraufnahmevermögen und dem weiteren Herstellungsprozess. Zudem gibt es deutliche Unterschiede bei der Umweltverträglichkeit der Produktionskette. Die wichtigsten Fasertypen sind: Viskose ­ Modal ­ Lyocell ­ Cupro ­ Acetat ­ Triacetat Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man den jeweiligen Fasernamen oder die Begriffe "Regeneratfaser" bzw. "zellulotische Faser" verwenden. (Virgin-PET) ist ein aufwändigerer chemischer Prozess nötig, das gewonnene Polyester unterscheidet sich dann aber nicht mehr von neu hergestelltem Polyester auf Erdölbasis. Der Vorteil von Recycling-Polyester ist die Ressourcen-Schonung durch die Wiederverwertung, und der im Gegensatz zur Neuproduktion deutlich geringere Energie-Einsatz. Recycling-Fasern werden seit einiger Zeit kontrovers diskutiert. Recyceltes Polyester ist sicher keine Naturfaser, aber immer mehr Menschen kommen zu der Überzeugung, dass Poly-Fasern aus recyceltem Material besser sind als neue PolyFasern ­ dem kann man nur schwer widersprechen. Viskose ­ Natur oder Chemie? Mit Spannung wurde der Vortrag von Claudia Mommer erwartet. Sie ist Mitarbeiterin der österreichischen Lenzing AG, einem der größten Hersteller von zellulotischen Fasern (siehe Kasten). Regeneratfasern wie Viskose sind synthetische Fasern aus dem pflanzlichen Rohstoff Zellulose. In der "natürlich natur" Ausgabe 1/11 gab es zu diesem Thema einen ausführlichen Überblick. Frau Mommer erläuterte kurz die Herstellungsprozesse von Viskose und Tencel® und wies darauf hin, das die Herstellungsprozesse immer umweltfreundlicher werden. Ermöglicht wird dies durch die Weiterverwertung der eingesetzten Chemikalien bzw. Nebenprodukte und durch geschlossene ProduktionsKreisläufe. Der weitere Vortrag war in erster Linie eine ausführliche Unternehmenspräsentation. Es ist zwar erfreulich, dass sich ein Großunternehmen wie Lenzing für nachhaltiges Wirtschaften und die Verbesserung seiner Umweltbilanz einsetzt. Zum eigentlichen Thema erfuhr das Plenum aber leider relativ wenig. lücke an Textilfasern entsteht. Und schließlich wird der Faseranbau in immer stärkere Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion treten. In der Zu-kunft wird man folg-lich mehr denn je auf technische Innovationen, Rohstoffstrategien und Allianzen der Produzenten angewiesen sein. Derzeit gibt es aber noch mehr Fragen als Antworten. Diskussion In der anschließenden Plenums-Diskussion wurde über die zukünftigen Aufgaben des IVN gesprochen. Offene Fragen sind beispielsweise, welche weiteren Fasern in die Aufgabenkompetenz des IVN fallen, und ob Viskose eine Naturfaser im Sinne der IVN-Richtlinien werden könnte. Dies wird mehrheitlich kritisch gesehen. Auch wenn Regeneratfasern nötig sein werden, um die entstehende Versorgungslücke auszugleichen, so gibt es doch noch etliche Pflanzen, deren Potential bei Weitem nicht ausgeschöpft ist. Gegen 17 Uhr bedankte sich Elmar Sautter bei den Referenten und Zuhörern für ihre Teilnahme und beendete die Tagung. Bis zum nächsten Green Forum. Oliver Loos Neue Wege gehen Claudia Kersten, Vorstandsmitglied im IVN und Geschäftsführerin der Laudito GmbH, kam die Aufgabe zu, das Resümee des Tages zu ziehen. Sie fasste die drei Obergrenzen, die die Zukunft bestimmen werden, zusammen: Zum Einen werden Bevölkerungswachstum sowie ökologische Veränderungen wie der Klimawandel weitreichende Probleme verursachen. Zweitens ist eine Steigerung der Erträge kaum mehr möglich, sodass eine Bedarfs-

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 98 ZERTIFIZIERUNG Ein grüner Lichtblick? Naturtextilien und ihre Zertifizierung spielen auf dem politischen Parkett keine Rolle ­ diese Erfahrung ist keineswegs neu, aber nach wie vor aktuell. Ein staatlich anerkanntes Bio-Siegel für Textilien könnte Verbrauchern eine seriöse Orientierung geben, bei Lebensmitteln wurde das inzwischen beispielhaft eingeführt. Das Öko-Kennzeichnungsgesetz könnte ohne großen Aufwand erweitert werden, Hersteller, die die Qualitätsrichtlinien einhalten, dürften das BioSiegel führen. Die bewährten Richtlinien des IVN wären als Grundlage dafür durchaus geeignet. Cem Özdemir besucht Engel und IVN Die Bemühungen des IVN gleichen einer kleine Odyssee. Bereits 2003 ist der Vorstand des IVN e.V. mit dieser Idee an die damalige Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, herangetreten. Im gleichen Jahr wurde ein Änderungsantrag an das Bundeswirtschaftsministeruim gestellt, die Bezeichnung "kbA-Baumwolle" als eindeutige und kontrollierte Beschaffenheitsangabe zuzulassen. Im März 2006 wandte sich der IVN an Reinhard Bütikofer, damals Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Doch seiner Auffassung nach war der IVN zu klein, um einen international gültigen Standard für die ökologische Herstellung von Textilien zu erstellen. Bütikofer wollte sich um einen geeigneten Ansprechpartner im Europäischen Parlament bemühen. Alle Versuche, mit der Politik in Kontakt zu treten, blieben ohne jegliche Reaktion. Selbst die Bündnis-Grünen, die fast alle umweltrelevanten Themen in ihrem Portfolio haben, haben das Thema Textilien und Bekleidung bislang völlig ausgespart. Umso positiver ist zu werten, dass Cem Özdemir unsere provokante Kritik am giftgrünen Polyamid-Schal annahm und während seiner Wahlkampftour in Reutlingen einen zweistündigen Besuch bei ENGEL einschob, um sich über Naturtextilien, den IVN und die Qualitätszeichen NATURTEXTIL ­ IVN zerti-

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 99 Cem Özdemir im Gespräch mit Gabriele Kolompar, Engel GmbH, (Bild oben, links) und IVN-Vorsitzenden Elmar Sautter, Disana GmbH + Co. KG, (Bild unten, rechts) fiziert BEST und den Global Organic Textile Standard zu informieren. Elmar Sautter, der Vorsitzende des IVN, konnte eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass der IVN es auch ohne den politischen Rückenwind erreicht hat, federführend einen internationalen Standard ­ den GOTS ­ einzuführen. Heute sind bereits weltweit 14 Zertifizierer akkreditiert den Standard zu prüfen, Ende 2010 waren weltweit 2754 Betriebe nach dem GOTS zertifiziert, davon 102 in Deutschland. Cem Özdemir hat nicht nur großes Interesse an Naturtextilien gezeigt, sondern auch die Bere- itschaft geäußert, sich auf Landesund Bundesebene für dieses lange vernachlässigte Thema einzusetzen. Der IVN sieht hier noch viel Handlungsbedarf und fordert, das Thema endlich in den Themenkatalog der Grünen aufzunehmen. Weitere "Hausaufgaben" sind, politische Voraussetzungen für die Entwicklung der Branche zu schaffen, damit sie in Berlin, aber auch in den Bundesländern, Gehör findet. Zudem muss die Hochschulausbildung in den textilen Berufen gefördert und grüne Arbeitsplätze in der Textilindustrie geschaffen werden. Zum Kugeln Unsere bewährte Wäsche aus reinem Schurwoll-Fleece macht einfach alles mit. Und die Wolle stammt darüber hinaus aus kontrolliert biologischer Tierhaltung. Damit sich ihr Kind rundum wohlfühlt. Engel GmbH ­ Wäsche und Bekleidung aus Naturfasern Wörthstr. 155, 72793 Pfullingen Telefon (0 71 21) 3 87 87- 7 info @engel-natur.de, www.engel-natur.de Mitglied im Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) www.zetb.de

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 100 Nano Sinn oder Unsinn? Nanotechnologie in der Bekleidung Silber ist das bei Textilien am häufigsten eingesetzte NanoMaterial, gefolgt von Titandioxid und Zinkoxid. Für die Bekleidungsindustrie gibt es mehrere Anwendungsbereiche: Einerseits möchte man sich die bakterizide (keimtötende) Wirkung von Silber zunutze machen, andererseits versucht man, einen wirksamen Schutz vor UV-Strahlung zu finden. Bei technischen Textilien nutzt man außerdem einen Selbstreinigungseffekt (Lotuseffekt), der vor allem im Camping- und Outdoor-Bereich (Schlafsäcke, Zelte, Funktionskleidung) eine Rolle spielt. Nano ­ warum? T-Shirts und Socken oder Funktionstextilien wie Sportbekleidung werden mit Nanosilber gegen Schweißgeruch behandelt, der so genannten "Anti-Smell-Ausrüstung" . Der an sich geruchlose Schweiß enthält langkettige Fettsäuren, die von Bakterien abgebaut werden. Als Stoffwechselprodukt entstehen kurzkettige Fettsäuren, wie z.B. Buttersäure, die für den Geruch des Schweißes verantwortlich sind. Wenn diese Bakterien durch die NanosilberAusrüstung abgetötet oder reduziert werden, nimmt auch der typische Geruch eines verschwitzten Menschen ab. Ein medizinischer Anwen100 dungsbereich ist spezielle Unterwäsche für Neurodermitiker. Diese juckende Erkrankung ist sehr unangenehm, da die Patienten sich häufig, auch unbewusst, kratzen und dabei die Haut verletzen. Dies führt zu kleinen und größeren offenen Wunden die sich leicht infizieren, gelegentlich sogar mit gefährlichen Erregern wie dem Staphylococcus Aureus. Ein weiterer Grund für den Einsatz von Metallen in NanoGröße in Bekleidung ist der UV-Schutz. Vor allem Titan und Zink reflektieren oder absorbieren die UV-Strahlung der Sonne und sollen so die Haut schützen. Die Argumente der Hersteller zielen auf die Vermeidung von Sonnenbrand und die Verringerung der Hautkrebsgefahr. Einige Überlegungen Drei Fragen drängen sich auf: Wird die versprochene Schutzfunktion erreicht, birgt sie eventuell Risiken und ist sie überhaupt sinnvoll? Die NanoTechnologie ist eine relativ junge Wissenschaft und entwickelt sich rasant. Das erschwert es, Antworten auf diese Fragen zu finden, da bereits morgen neue Entwicklungsergebnisse vorliegen können. Andererseits gibt es nach wie vor nur wenige objektive wissenschaftliche Forschungen, sodass man den Einsatz der Nan- otechnologie grundsätzlich in Frage stellen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät auch in seiner neuesten Stellungnahme vom April 2011 davon ab, Nanotechnologie in verbrauchernahen Produkten einzusetzen. Gesetzliche Regelungen gibt es nicht. Bakterizide Wirkung im Detail Die bakterizide (keimtötende) Wirkung von Silber ist seit langem bekannt und wird vor allem zu medizinischen Zwecken genutzt. Für Beschichtungen und silberhaltige (Desinfektions-)Lösungen wird verhältnismäßig viel Silber benötigt, von Nano-Silber erhofft man sich, die eingesetzten Mengen reduzieren zu können. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass auch im Nano-Bereich ein gewisser Mindestanteil erforderlich ist, um die gewünschten Effekte zu erhalten. Zudem hatten einige Hersteller Schwierigkeiten, die Nanopartikel dauerhaft auf den Stoffen zu fixieren. Bei Versuchen hat es sich herausgestellt, dass bereits nach wenigen Waschgängen die Nanosilber-Beschichtung ausgeschwemmt wurde und somit ins Abwasser gelangte. Dieses Problem scheint gelöst worden zu sein, unter anderem durch einen Silberzusatz im noch flüssigen Polyester vor dem Spinnvorgang bzw. durch eine verbesserte Ausrüstung der Stoffe. Genaue Details dazu sind kaum zu erhalten. Eine nanosilberhaltige Regeneratfaser auf Lyocell-Basis wurde ebenfalls entwickelt, befindet sich aber derzeit nicht auf dem Markt, was mit der Kaufzurückhaltung der Kunden begründet wird. Endlich eine Studie Wenn Silber eine keimtötende Wirkung hat und aus diesem Grund auf Textilien aufgebracht wird, dann liegt die Vermutung nahe, dass es Auswirkungen auf die natürliche Keimbesiedelung der Haut gibt. Darüber wurde eine lebhafte Diskussion geführt, wissenschaftliche Erkenntnisse gab es aber nicht. Doch seit Januar dieses Jahres gibt es eine erste Feldstudie zum Einfluss antibakterieller Kleidung auf die Hautflora. Das Hohenstein Institut untersuchte nanosilberhaltige T-Shirts an insgesamt 60 Testpersonen über einen Zeitraum von vier Wochen. Die T-Shirts mussten mindestens acht Stunden täglich getragen werden, wöchentlich wurden die Testpersonen dermatologisch untersucht und mit einer PlaceboKontrollgruppe verglichen. Das Institut kam zu dem Ergebnis, dass die Silbertextilien keinen schädigenden Einfluss auf die Hautflora haben. Eine antibakterielle Wirkung im Stoff selb-

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 101 GESUNDHEIT Die letzte Ausgabe der "natürlich natur" befasste sich mit dem Thema Nanotechnologie im Allgemeinen. In diesem Artikel soll nun die Anwendung von Nanotechnologie bei der Herstellung vonBekleidung näher betrachtet werden. st sei aber vorhanden ­ ein Schweißgeruch könnte also tatsächlich verringert werden. Ob es einen Nutzen für Neurodermitiker gibt lässt die Studie leider offen, es wurden nur gesunde Probanden getestet. In einschlägigen Internet-Foren wird dieser Nutzen kontrovers diskutiert, einige Betroffene berichten von einer Besserung ihrer Erkrankung, andere können keine Veränderung feststellen. Dennoch kann man weiterhin über Sinn und Zweck von silberhaltigen Textilien streiten. Ist es wirklich sinnvoll und nötig, Sportbekleidung mit einer Anti-Geruchs-Ausrüstung zu behandeln? Durchge-schwitzte Kleidung wird ohnehin schnell gewaschen, die Stoffe werden zusätzlich chemisch verändert. Zudem ist völlig unklar, welche Umweltauswirkungen zu erwarten sind, wenn die Textilien eines Tages entsorgt werden. Um diese Fragen abschließend beantworten zu können fehlen Kontroll- und Langzeitstudien. UV-Schutz im Detail Es hat sich herumgesprochen, dass man sich nicht übermäßiger Sonnenbestrahlung aussetzen sollte. Breitkrempige Sommerhüte sind als Sonnenschutz ebenso sinnvoll wie (langärmelige) Bekleidung, egal ob die Sommersonne richtig brennt oder der Himmel wolkenverhangen ist. Einen hundertprozentigen Schutz bieten Textilien natürlich nicht. Leichte, helle Stoffe lassen einen großen Teil der UVA- und UVB-Strahlung passieren, mit dichten, schweren und dunklen Stoffen ist man besser geschützt. Aber wer trägt bei 30 Grad gerne eine dicke Jeans? Die Nanotechnologie soll es richten. Bereits vor zehn Jahren gab es erste Versuche, Titandioxid und Zinkoxid als UV-Schutz auf Textilien zu applizieren, im Jahr 2005 prüfte das Hohenstein-Institut verschiedene Mög-lichkeiten, Stoffe mit nanoskaligen Titanund Zinkpartikel effektiv und permanent auszu-rüsten. Die Ergebnisse waren gemischt. Entweder wurden die Partikel schnell wieder ausgewaschen, oder sie veränderten stark die Färbbarkeit und Farbechtheit der Textilien. Ein weiteres Problem waren die Trägersubstanzen, deren hohe Mengen an Formaldehyd die Haut reizten. Ein formaldehydfreies Pigmentbindesystem gab es zwar, das hätte die Kosten allerdings deutlich erhöht. Das Fazit damals lautete: Mit Nanopartikeln in Textilien lässt sich ein besserer Sonnenschutz erreichen, aber es gibt noch ein paar Probleme auf dem Weg dorthin. Daran wurde gearbeitet, heute sind einige Nano-Son- nenschutz-Textilien auf dem Markt. Manche Hersteller haben sich aus diesem Bereich aber schon wieder zurück gezogen. Wie und nach welchen Verfahren diese Bekleidung hergestellt wird bleibt leider im Dunkeln. Vermutlich werden die Nano-Metalloxide bereits vor dem Verspinnen dem Polyester bzw. Polyamid beigefügt. Eine effektive Lösung für Naturfasern gibt es derzeit wohl nicht. aus Schurwolle kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen, trocknet schnell und riecht auch dann nicht, wenn sie durchgeschwitzt ist. Für die Hersteller bietet sich hier ein Markt, der längst noch nicht vollständig erschlossen ist. Fazit Alltagstextilien mit Nano-Partikeln auszurüsten scheint derzeit nicht sinnvoll. Risikobewertungen stehen aus, lediglich eine einzige Feldstudie belegt die Hautverträglichkeit von kurzzeitig getragener NanoBekleidung. Es gibt keine Langzeituntersuchungen, kein Wiederverwertungskonzept, keine Umweltver-träglichkeitsStudien. Entspre-chend lehnt das Bundesinstitut für Risikobewertung die Verwendung von Nanotechnologie in verbrauchernahen Produkten nach wie vor ab. Für viele Anwendungsbereiche gibt es natürliche Alternativen, lediglich einige Spezialtextilien könnten von der Nanotechnologie profitieren und einen echten Mehrwert bieten. Abschließend stellt sich eine Frage: Muss alles gemacht werden, was technisch möglich ist? Die Antwortet lautet Nein ­ auch wenn die Hoffnung darauf eine Illusion ist. ollo Alternativen Dass es auch anders geht, haben die Naturtextil-Hersteller schon in der Vergangenheit bewiesen. Seit Jahren ist SonnenschutzBekleidung erhältlich, die den strengen UV Standard 801 erfüllt ­ und das ganz ohne chemische oder sonstige Zusätze. Die Baumwollstoffe sind entsprechend dicht gewebt und trotzdem leicht, mit ausgewählten Farben wird der UVSchutz zusätzlich verstärkt. Eine weitere Alternative ist Kleidung aus Hanf. Bei vergleichbarer Stoffdichte bietet Hanf eine wesentlich niedrigere UVDurchlässigkeit als Baumwolle, Hanfkleidung kann bis zu 95 Prozent der UV-Strahlung abhalten ­ die ideale Sommerfaser. Auch für die "Anti-SmellAusrüstung" gibt es eine Alternative: Wolle. Sportkleidung

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:38 Seite 102 GESUNDHEIT Schadstoffe in Bekleidung Vieles was erlaubt ist, steckt voller Gift Was Bekleidung ist, wird in Deutschland im Lebensmittelund Futtermittelgesetzbuch (LFGB) definiert: "Bekleidungsgegenstände [...] sind Bedarfsgegenstände im Sinn des LFGB." Nach §30 dieses Gesetzes ist es "verboten, Bedarfsgegenstände derart herzustellen oder zu behandeln, dass sie [...] geeignet sind, die Gesundheit [...] zu schädigen." Da jedoch vom Gesetzgeber weder eine Zulassungs- noch eine Anmeldepflicht für Bekleidung vorgesehen sind, fehlen den Behörden umfassende Kenntnisse über diese Produkte. Die Überwachung ist Sache der Bundesländer mit ihren Untersuchungsämtern. Auf Bundesebene angesiedelt ist das Bundesamt für Risikobewertung (BfR), das sich unter anderem mit dem hier beschriebenen Problemfeld beschäftigt. Am BfR trifft sich in unregelmäßigen Abständen der Ausschuss "Textilien und Leder" (seit 2008), der aus der Arbeitsgruppe Textilien ­ Arbeitskreis "Gesundheitliche Bewertung" (1993 bis 2006) hervorgegangen ist. Dort beraten Wissenschaftler, Verbrauchervertreter und Industrievertreter sowie Behördenmitarbeiter über den Chemikalieneinsatz bei der Bekleidungsproduktion sowie innovativen Technologien und die von ihnen ausgehenden Risiken. Auf EU-Ebene sorgt das REACH-(Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals)Verfahren dafür, dass mit besonders gefährlichen Chemikalien behandelte Bekleidung nicht nach Europa importiert werden darf. Was sind nun "Schadstoffe?" Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da es keine (juristische) Definition 102 des Begriffs gibt. Unzweifelhaft ist, dass es auf alle Fälle Stoffe oder Stoffgemische sind, die giftig für Organismen oder Ökosysteme sind. Wird die Betrachtung auf Stoffe oder Stoffgemische, die schädlich für Organismen oder Ökosysteme sind, erweitert, so wird ein Vertreter der konventionellen Textilindustrie vielleicht andere Maßstäbe an "schädlich" legen als ein Vertreter der Verbraucherinnen und Verbraucher bzw. der nachhaltig wirtschaftenden Textilindustrie. Eine Reihe von chemischen Verbindungen dürfen nach der Bedarfsgegenständeverordnung (BedGgestV) nicht mehr oder nur in geringen Mengen für Bekleidung eingesetzt werden. Dies sind einige · Flammschutzmittel; · Azofarbstoffe, die im menschlichen Körper zu krebserregende Aminen aufgespalten werden können. · Chrom(VI)-Verbindungen in Leder. Diese Verbindung findet sich im Leder, wenn bei der Chromgerbung der Gerbprozess unsachgemäß durchgeführt wurde. Sie löst Allergien und Krebs aus. Schon seit vielen Jahren haben die Untersuchungsämter oder die Zeitschrift Ökotest bei Analysen immer wieder Lederprodukte gefunden, die so hohe Chrom(VI)Konzentrationen enthielten, dass sie eigentlich als Sondermüll hätten entsorgt werden müssen. Aber erst seit 2010 sind die Grenzwerte EU-weit so weit gesenkt worden, wie es die Verbraucherverbände und das BfR schon seit langem gefordert hatten (3 mg/kg). Trotzdem stellte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Rahmen einer Ende 2010 erstellten Studie bei der Hälfte aller untersuchten Lederprodukte unzulässig hohe Chrom(VI)-Konzentrationen fest. Und dies vor allem in körpernah getragenen Lederprodukten, wie Schuhen, Handschuhen und Arbeitsbekleidung! · Organozinnverbindungen: Tributylzinn (TBT), das im Jahr 2000 erstmalig auf einem Sport-Shirt von Borussia Dortmund nachgewiesen wurde, darf sich neben anderen Organozinnverbindungen seit dem 1.7.2010 nur noch in geringen Konzentrationen in Bedarfsgegenständen nachweisen lassen. · Formaldehyd muss ab einer unrealistisch hohen Konzentration deklariert werden. · Nickel ist das potenteste Kontaktallergen. Insbesondere junge Frauen sind von dem Problem betroffen: mehr als ein Fünftel aller Frauen im Alter unter 30 Jahren reagieren auf Nickel-haltige Metallteile mit einer Dermatitis aber nur 5% der Männer der gleichen Altersstufe. Für Nickel in Metallteilen sind Höchstmengen festgelegt, die in einem bestimmten Zeitraum freigesetzt werden dürfen. Dabei gelten für Metallteile, die z.B. als Piercings getragen werden können, geringere Nickel-Freisetzungsraten als für Gürtelschnallen oder Reisverschlüsse. Eigentlich sollte sich keine Frau mehr den Metallknopf ihrer Jeanshose mit einem Pflaster abkleben müssen, aber eine Studie des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) zeigte, dass immer noch viele Metallteile Nickel in unzulässig hohen Mengen abgeben. Neben den eben erwähnten verbotenen Verbindungen gibt es einige Substanzklassen, deren Einsatz im Arbeitskreis des BfR zwar auf den Prüfstand gestellt aber keine Verbotsempfehlung an den Gesetzgeber ausgesprochen hat. Diese Verbindungen sind sämtlich bei Textilien verboten, die mit dem Global Organic Textile Standard (GOTS)-Label oder dem "IVN best" ausgezeichnet werden: · bestimmte Färbeschleuniger (Carrier); · bestimmte Weißtöner (optische Aufheller), die für ein strahlendes Weiß der Wäsche sorgen und auch in Waschmitteln enthalten sein können; · perfluorierte Polymere, die für Wetterfest-Ausrüstungen eingesetzt werden und die biologisch nicht abbaubar sind; · Nano-Technologien, hier wird zwischen Nano-Fasern, Komposite (Nanopartikeln in Synthesefasern) und Beschichtungen mit Nanopartikeln unterschieden. Als Problem

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86-103:nn2.11 15.07.11 15:39 Seite 103 nicht mehr zu verwenden. Mit Sicherheit wird in den nächsten Jahren die Anzahl solch problematischer Farbstoffe noch weiter wachsen. In dem Buch "Textilallergie" wurde 2000 eine Liste mit 63 Farbstoffen vorgestellt, die nach damaliger Kenntnis in der medizinischen Literatur als allergieauslösend beschriebenen worden waren. Obwohl seitdem sicherlich weitere Erkenntnisse gewonnen wurden, ist diese Liste nicht mehr aktualisiert worden. Zwei weitere Problemfelder In die Wäsche können durch das Waschen mit einem Haushaltwaschmittel Substanzen auf die Bekleidung gelangen, die gesundheitliche Probleme bereiten. Dies sind einerseits die schon oben erwähnten Weißtöner und andererseits die dem Waschmittel beigefügten Duftstoffe, die oft ein hohes allergieauslösendes Potenzial besitzen. Seit einigen Jahren müssen auch in Deutschland die Duftstoffe deklariert werden, damit Allergiker ihren Problemstoffen ausweichen können. Vom zweiten Problemfeld können manche Hersteller berichten, die ihren Produktionsschwerpunkt im asiatischen Raum haben. Vielleicht haben sie Bekleidung auf nachhaltigem Weg hergestellt, mit Biobaumwolle und GOTS-zertifizierten Färbungen und Ausrüstungen. Bei einer Qualitätskontrolle vor Ort sind alle Werte in bester Ordnung. Wird bei Ankunft und Entladen hier vor Ort die Bekleidung einer nochmaligen Analyse unterzogen, so kann es sein, dass plötzlich hohe BiozidKonzentrationen, wie z.B. von Chlorphenolen, Pyrethroiden oder von gasförmigen Verbindungen nachgewiesen werden. Dann wird der Zoll im Herstellungsland oder der Transporteur diese Substanzen in die Container gegeben haben, was sich in der Regel nicht nachweisen lässt. Die mühsam hergestellten Bekleidungsstücke sind nicht mehr verkehrsfähig. Für Textilien, die nach dem GOTS hergestellt werden, dürfen noch eine Reihe weiterer Verbindungen nicht eingesetzt werden, die als problematisch für Mensch und Umwelt identifiziert wurden, in diesem Beitrag jedoch nicht erwähnt wurden. Bei Bekleidung, die den "IVN best"-Kriterien gehorcht, ist der Chemikalieneinsatz noch weiter eingeschränkt. Norbert Henzel wird angesehen, dass Nanopartikel über in die Atemluft gelangen können und sich in der lunge mit ungekannten Folgen ablagern können; · Biozidausrüstungen mit Triclosan oder mit Silber. Ein Verzicht wird empfohlen wegen der Sorge vor Resistenzen und der Schädigung der natürlichen Hautflora; · Farbmittel: Wie oben schon erwähnt gibt es eine Reihe von Azofarbstoffen, mit denen Bekleidung nicht gefärbt werden darf. Daneben gibt es in der Textilindustrie eingesetzte Farbstoffe, die bei empfindlichen Verbraucherinnen und Verbrauchern Kontaktallergien hervorrufen. Schon 1996 wurde für acht dieser Farbstoffe (es sind Dispersionsfarbstoffe) die Empfehlung ausgesprochen, sie für das Färben von Textilien

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104-107:nn2.11 17.07.11 12:37 Seite 104 Anstieg der Baumwollpreise ­­ Wenn Sie als Einzelhändler über die Innatex schlendern, um Ihre Order zu platzieren, werden Sie vor allem eines feststellen: Naturtextilen werden teurer, besonders die Baumwollprodukte. Das ist keine Willkür, sondern liegt daran, dass die Rohstoffpreise für Baumwolle enorm gestiegen sind, seit längerer Zeit erstmals wieder so deutlich. Die Märkte für textile Rohfasern sind seit letztem Jahr in Unruhe geraten. Was 2010 zunächst als einfacher Preisanstieg begonnen hat, konnte man noch als die Folge einer kurzfristig herrschenden RohstoffKnappheit abtun. Die Industrie konnte die gestiegenen Kosten teilweise vielleicht noch abfangen und musste sie noch nicht an den Verbraucher weiter reichen. Den anhaltenden und eklatanten Preisanstieg auf dem Baumwollmarkt in diesem Jahr bekommt nun aber auch der Handel deutlich zu spüren. 104 Auch wenn Baumwolle weltweit durch die Entwicklung von synthetischen und Regenerat-Fasern nicht mehr Rohstoff Nummer Eins bei der Textilherstellung ist ­ 2009 lag der Baumwollanteil am Weltfasermarkt laut dem Landwirtschaftsministerium der USA (USDA) und dem Dachverband der internationalen Chemiefaserindustrie (CIRFS) bei ca. 30 % ­ können Bekleidungs- und Heimtextilindustrie nicht darauf verzichten. Besonders für die Naturtextilindustrie bedeuten die Verknappung und der damit verbundene Preisanstieg, dass es schwieriger wird zu kalkulieren, für Sie als Einkäufer genauso wie für Hersteller und für verarbeitende Unternehmen. vorhanden ist. Zum einen gab es durch eine Zahl an Naturkatastrophen Missernten in wichtigen Anbauländern. Vor allem in Pakistan hat eine verheerende Flutkatastrophe einen Großteil der Ernte vernichtet. Indien hat einen Ausfuhrstopp für Baumwolle verhängt, um seine Textilindustrie zu schützen. Die Bauern hatten wegen der niedrigen Erlöse weniger Baumwolle angebaut. Zur geringeren Verfügbarkeit von Baumwolle kommt eine steigende Nachfrage durch die wachsende Weltbevölkerung. All das wirkt sich kurzfristig auf die Verfügbarkeit und den Preis des Faserrohstoffes aus. Vorhandene Lagerbestände an Rohbaumwolle waren und sind zwar einerseits ein Sicherheitspuffer, rufen andererseits aber auch Spekulanten an der Börse auf den Plan, sehr zum Leidwesen der traditionellen Händler. Marktspezialisten sehen diesen künstlich erzeugten Preisdruck an den Warenterminbörsen als weiteren Grund für den enormen Preisanstieg von Rohbaumwolle. "Die Preissteigerungen im Gründe für die Preisentwicklung: Dass der Baumwollpreis je nach Quelle um das Zwei- bis Vierfache in die Höhe geschnellt ist, liegt daran, dass mehr Baumwolle nachgefragt wird, als auf dem Markt

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104-107:nn2.11 17.07.11 12:37 Seite 105 ­­ Fluch und Segen Baumwollbereich sind überhaupt nicht kalkulierbar. Es herrscht Goldgräberstimmung, da agieren Spekulanten", sagt beispielsweise Mexx-CEO Thomas Grote in dem Fachblatt Textilwirtschaft. Einige Terminbörsen haben bereits begonnen, die Spekulationen rund um die Rohfaser regulativ einzudämmen. Ein weiterer beruhigender Aspekt für die Naturtextilbranche: Bio-Baumwolle wird nicht an der Börse gehandelt. Somit entfällt dieser Druckpunkt. Andererseits werden sicher einige große konventionelle Unternehmen verstärkt Bio-Baumwolle einsetzen, da der Preisunterschied zu konventioneller Baumwolle dann, wenn überhaupt, nur minimal vorhanden ist, bei jedoch gut kommunizierbaren Mehrwert des Produktes. Baumwollbörse liefern klare Zahlen. Die Entwicklung des Baumwollpreises vollführte seit 1980 eher eine Seitwärts-Bewegung. Der Preis für ein englisches Pfund Baumwolle (453 Gramm) bewegte sich in den letzten 30 Jahren relativ stabil um einen Mittelwert von 60 Cent. Mitte 2010 stieg er dann zunächst auf 80 Cent pro Pfund, um sich Ende des Jahres rasant auf 105 Cent zu erhöhen. In ihrem Cotton Report vom Februar 2011 meldet die Bremer Baumwollbörse dann erstmalig das Überschreiten der Zwei-Dollar-Grenze, auf 210 Dollar-Cent. Die plötzliche Preisexplosion führt zu Verunsicherungen am Markt. Es ist schwierig, vorauszusehen, was die Zukunft bringt und die wenigsten rechnen mit einem kurzfristigen Rückgang der Preise. Langfristige Planungen sind unmöglich geworden. Auch im Einzelhandel sind die Einkaufs-Budgets plötzlich nicht mehr verlässlich kalkulierbar. Es ist also sinnvoll, sich die bestimmenden Faktoren für den Preis der Baumwolle genauer anzusehen, die das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestimmen. Das Angebot von Baumwolle setzt sich im Großen und Ganzen aus der weltweiten Anbaufläche und dem Ertrag pro Hektar zusammen. Die Anbaufläche für konventionelle Baumwolle beträt seit 1980 konstant zwischen 30 und 36 Millionen Hektar. Anders der Flächenertrag pro Hektar, der im Durchschnitt in den letzten 30 Jahren von 400 kg/ha auf 700 kg/ha in 2010 gestiegen ist - dank großflächigem Anbau, künstlicher Bewässerung, hohem Einsatz von Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln sowie der Einführung so genannter "Hochertragssorten". Somit hat sich die Baumwollproduktion in diesem Zeitraum also nahezu verdoppelt, auch wenn die Flächen fast gleich geblieben sind. Laut Farm & Fiber Report 2010 von Textile Exchange wurden weltweit ca. 240.000 Tonnen Bio- Baumwolle angebaut, was 1,1 % der gesamten Baumwollproduktion 105 Die Dimension: Marktbeobachter wie die Ross Trading GmbH, marketmedia 24 oder die Bremer

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104-107:nn2.11 17.07.11 12:37 Seite 106 entspricht. Diese Überschreitung der EinProzentmarke ist eine historische Premiere ­ seit den ersten Zertifizierungen von kontrolliert ökologisch angebauter (kbA) Baumwolle 1991 wurde diese Hürde nie überschritten, auch wenn der Anteil am Welt-Baumwollmarkt insgesamt stetig anstieg. Die anteilige Steigerung erklärt sich nicht nur im Rückgang der konventionellen Baumwollproduktion, sondern auch in einer Steigerung der Erzeugung von kbABaumwolle um 15 % von 210.000 t 2008/2009 auf 240.000 t 2009/2010, angebaut auf 461.000 Hektar. Das entspricht einem Hektarertrag von rund 520 kg. Die gesteigerte Produktion von Baumwolle kann mit der wachsenden Nachfrage allerdings nicht mithalten. Lag der weltweite Verbrauch 1965 noch bei 18 Millionen Tonnen, so wurden im Jahr 2010 schon 70 Millionen Tonnen nachgefragt, das ist eine Steigerung um mehr als das Dreifache. Gründe hierfür sind neben dem Bevölkerungswachstum die wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer und das damit verbundene gesteigerte Konsumverhalten. Prognosen: Betrachtet man die Entwicklung des weltweiten Faserbedarfes der letzten Jahrzehnte und geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer nicht nur vorrübergehend ist, rechnen Experten mit einem gesteigerten Weltfaserbedarf um 3 bis 4 % jährlich. Das würde bedeuten, dass 2020 bereits ca. 100 Millionen Tonnen Fasern gebraucht werden könnten, das sind 40 % mehr als 2010. Es lässt sich nicht mit Sicherheit voraussagen, ob der Trend der vergangenen Jahre bestehen bleibt, und der Anteil von Baumwolle am Weltfaserbedarf fortlaufend abnimmt. Das weltweite Konsumverhalten entwickelt sich derzeit eher in Richtung hochwertiger Produkte. Experten halten es für nicht ganz unwahrscheinlich, dass der Bedarf an Naturfasern am Fasermarkt bei 106 einer positiven Entwicklung der Weltwirtschaft wieder ansteigt. Ein großer Unsicherheitsfaktor bei einer Prognose über die zukünftige Verfügbarkeit von Baumwolle und speziell BioBaumwolle sind die Agrarflächen. Seit 1980 blieb die weltweite Anbaufläche verhältnismäßig konstant, unterlag laut proplanta nur leichten Schwankungen. Von 2005 auf 2009 ging sie laut Bremer Baumwollbörse von 36 auf 32 Millionen Hektar zurück. Um die weltweit rückgängigen Agrarflächen buhlen neben der Baumwolle die Pflanzen zur Energiegewinnung und die zur Erzeugung von Nahrung und Futtermitteln. Durch Subventionen in den Anbauländern für Nahrungsmittel oder die Energiegewinnung wurde weniger Baumwolle angebaut. Auch wenn der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung inzwischen stark umstritten ist und hier durchaus eine Veränderung in der Subventionspolitik erfolgen könnte, so wird die Ernährung der Weltbevölkerung eher problematischer werden, als dass sie sich entspannt. Beim Anbau von Bio-Baumwolle kommt ein weiteres Problem hinzu: Der weltweit steigende Anbau gentechnisch veränderter Baumwolle führt dazu, dass es immer schwieriger wird, biologische Baumwolle ohne Verunreinigung mit gentechnischem Material zu erzeugen. Laut Textile Exchange ist zu befürchten, dass sich die Lage auf dem Bio-Baumwollmarkt nicht entspannen wird. Man rechnet damit, dass der Anbau von Bio-Baumwolle beispielsweise in Indien um 25% zurückgeht. Ursache hierfür sind neben den wachsenden Anbauflächen transgener Baumwolle ebenfalls die besseren Verdienstmöglichkeiten im Anbau von Nahrungsmitteln und die strengeren Exportauflagen. Der Vollständigkeit halber bleibt noch der letzte relevante Faktor für die Preisentwicklung von Baumwolle zu betrachten, zumindest der von konventioneller Baumwolle: der Flächenertrag. Biotechnologische Innovationen, wie die Züchtung wasserarm wachsender Sorten könnten nochmals zu einer kurzen Ertragssteigerung führen. Die Stagnation der Flächenerträge in den letzten Jahren ist jedoch eher ein Hinweis darauf, dass hier bald das Ende der Fahnenstange erreicht sein wird. Fazit Es lässt sich unmöglich voraussagen, wie genau sich die Preise für Baumwolle im Allgemeinen entwickeln werden. Sicher zu sein scheint jedoch, dass der Preis für Baumwolle nicht wieder auf das Niveau von vor zwei Jahren zurückfallen wird, selbst wenn Angebot und Nachfrage ausgewogen sein sollten. Das gilt für konventionelle Baumwolle ebenso wie für ökologisch erzeugte. Allerdings lassen sich dieser Prognose durchaus positive Aspekte abgewinnen. Zum einen wird die Diskrepanz zwischen Discounterpreisen und denen von Anbietern hochwertiger Ware nicht mehr so gravierend sein. Das Ende der Zeit für Billigpreise ist für Baumwollprodukte längst eingeläutet, schreibt zumindest sueddeutsche.de. Auch die Entwicklungsorganisation Welthungerhilfe sieht positive Folgen des Baumwoll-Booms: "Endlich bekommen die Kleinbauern in der SahelZone einen akzeptablen Preis für ihre Baumwolle", sagt Ernährungsexperte Rafael Schneider in einem Interview. Letztendlich tritt die Naturtextilbranche doch nicht nur für nachhaltige Produktion ein, sondern auch für nachhaltigen Konsum. Wenn ein T-Shirt in Zukunft kostet, was ein T-Shirt wert ist, dann ist das durchaus in unserem Sinne. Wenn sich das TShirt, das gut für Umwelt, Arbeiter und Gesundheit ist, auch noch besser verkaufen lässt, weil die Billig-Konkurrenz nicht mehr ganz so verlockend ist, dann ist das fast schon ein Geschenk. Heike Scheuer

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104-107:nn2.11 17.07.11 12:37 Seite 107 GOTS Version 3.0 - Was ist neu? Im März dieses Jahres verabschiedete die International Working Group on Global Organic Textile Standard (GOTS IWG) Version 3.0 des GOTS. Vielschichtige Aspekte Erstmals wurden Stakeholder aus der ganzen Welt in den ausgiebigen Revisionsprozess mit einbezogen. Organisationen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Anbau, Verarbeitung, Fertigung, Textilchemie oder Sozialverantwortung konnten so wertvollen Input leisten. Das Ergebnis ist ein strengerer aber auch überprüf- und umsetzbarer Standard, der Umwelt- und Sozialkriterien über die gesamte textile Kette bis hin zum Handel festlegt. Sanfte Chemie Um weiteren Fehlinterpretationen vorzubeugen, ist nun im Standard selbst verankert, dass der GOTS die Aufbereitung, Verarbeitung und Kenzeichnung von Biofasern bewertet und nicht die Erzeugung der Fasern selbst. Der Einsatz von zertifiziert ökologischen Fasern zu mindestens 70% ist noch immer die Voraussetzung für eine Zertifizierung, auch wenn hier auf internationalem Niveau über eine Herabsetzung dieses Anteiles heftig diskutiert wurde. Ebenso verdientermaßen selbstbewusst wird im Standard eingangs klargestellt, dass der Einsatz von chemischen Textilhilfsmitteln wie z.B. Farbstoffen, Prozesschemikalien und Ausrüstungsmitteln durchaus erlaubt ist, da es zum heutigen Stand der Technik unmöglich ist, Textilien im industriellen Maßstab ohne den Einsatz von Chemikalien herzustellen oder zu verarbeiten. Der GOTS definiert aber die Kriterien für den Einsatz von Textilhilfsmitteln so, dass er weiterhin für eine möglichst geringe Umweltbelastung und die Minimierung unerwünschter Rückstände in den Produkten steht. So verbietet der GOTS 3.0. weitere Substanzen in allen Produktionsstufen, wie z.B. Funktionale Nanopartikel, der Dass der Einsatz von chemischen Ausrüstungsverfahren und -hilfsmitteln nicht länger grundsätzlich verboten ist, bedeutet keineswegs Verwässerung. In diesem Bereich eingesetzte Chemikalien müssen nämlich ebenfalls weiterhinden strengen allgemeinen Toxizitätsanforderungen des Standards entsprechen. Somit ist es möglich, neu entwickelte Chemikalien, die Mensch und Umwelt nicht schädigen, für Ausrüstungen einzusetzen und so den Verbraucheranforderungen in Sachen Mode, Passform und Pflegeeigenschaften nachzukommen. Andererseits sind jetzt Ausrüstungen, die für den ausführenden Arbeiter gesundheitsschädlich sind, wie z.B. das Sandstrahlen von Jeans, explizit verboten. Die Anforderungen für den Einsatz von Zutaten und Accessoires wurde erheblich übersichtlicher gestaltet und neu kategorisiert. Es werden keine einzelnen Zutaten wie Knöpfe, Bänder, Kordeln, Futter etc. mehr definiert, sondern zwei Gruppen: Zutaten, die aus natürlichen Rohstoffen bestehen und solche aus regenerierten und synthetische Materialien. Hier sind beispielsweise Chrom, Nickel, Material von bedrohten Tier-, Pflanzen- oder Holzarten und PVC weiterhin nicht zugelassen. Ab 2014 muss eingesetztes Polyester aus Recycling-Material bestehen, welches bereits in Gebrauch war (= post-consumer recycling) ­ eine Hürde, die vielleicht nicht ganz einfach zu nehmen sein wird. Ressourcenschutz Ein weiteres neues und wichtiges Kriterium im GOTS 3.0. ist die Forderung einer Dokumentation zum Energie- und Wasserverbrauch bezogen auf die hergestellte Menge an Textilien. Innerhalb Mehr Details zu den Änderungen des GOTS finden Sie unter http://www.global-standard.org/the-standard/gots-version3.html Komplexbildner Nitrilotriessigsäure (NTA), Alkylphenolethoxylate (APEOs) oder Weichmacher im Textildruck. Raum für Entwicklung eines schriftlich niedergelegten Umweltmanagements müssen Verfahren zur Reduzierung des Verbrauchs von Wasser und Energie eingeführt werden, die der GOTS im Einzelnen aufführt. Ab 2014 müssen Papier oder Kartonagen für Verpackungen, Etiketten, Banderolen etc. post-consumer recycelt sein oder FSC bzw. PEFC zertifiziert. Sozialmanagement Um die Einhaltung der GOTS Sozialkriterien sicherzustellen und sie besser überprüfbar zu machen, wurde in Version 3.0. festgelegt, dass die Betriebe über einen strategischen Sozialplan verfügen müssen. Das entsprechende Managementsystem beinhaltet zum Beispiel die Ernennung eines Verantwortlichen für den Bereich Sozialverantwortung, die Überwachung der Einhaltung der Sozialkriterien an den einzelnen Betriebs- Standorten, die Schulung von Arbeitnehmer über deren Rechte, die Bereitstellung von geeigneter Schutzbekleidung, ein Beschwerdesystem und vieles mehr. Zertifizierungspflicht, auch für den Handel Nicht nur Verarbeitungsbetriebe und Hersteller, sondern auch Händler, die GOTS Produkte ein- oder verkaufen, müssen am Zertifizierungssystem teilnehmen. Eine Ausnahme für ausschließlich national agierende Händler besteht nicht mehr. Nur Händler mit einem jährlichen Umsatz von weniger als 5000 und Einzelhändler, die ausschließlich an den Endverbraucher verkaufen, sind von dieser Regelung ausgenommen.

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0 Umschlag:nn1.11 16.07.11 18:30 Seite 4 e v e p a r a d i s e by senas info@senatex.de www.eveinparadisefashion.de Senatex GmbH Vahrenwalder Str. 221A 30165 Hannover Te l +49 (0) 511-631590 Fax +49 (0) 511-631594